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Montag, 22. Juni 2009

Was mich gelegentlich tierisch nervt…

ist die Selbstgewissheit, mit der Menschen, die zu Tieren kein Verhältnis haben erklären, dass man seinen Hund vermenschliche.
Mal ganz im Ernst: natürlich bespreche ich mit dem Hund die für mich relevanten Jobfragen, wenn wir so durch den Wald daddeln. Das tue ich, weil mir der Hund in allen großen Lebensfragen zustimmt. Mein Hund kann kein Mensch werden und dieser Tatsache weint er auch keine Krokodilstränen nach.
So ganz vermenschlicht würde das Fräulein sich schwer bedanken, plötzlich Lesen, Schreiben und Rechnen zu müssen, fürs Futter zu arbeiten, die Steuer zu bedienen und Pleitegeier abweisen zu müssen.
Der Mensch mag sich zwar als Krone der Schöpfung begreifen, aber sicher bin ich mir da nicht….. vielmehr scheinen wir ein übles Übergangsexperiment zu sein und schon bald werden wir zu den Dinosauriern auf dem Globus gehören. Zumindest stammen wir vom Tier ab. Anders kann ich mir die Adlernase des Hausmeisters sowie die Katzenaugen meiner Nachbarin nicht erklären, und ihr Gatte ist sicherlich der Nachfahre eines bockigen Esels, während der Sohn ein Faultier ist, die Tochter aber eine wunderschöne Gazelle.
Mein italienischer Onkel findet, ich hätte einen Arsch wie ein Gaul und mein Großvater hatte das Gedächtnis eines Elefanten.
Hat man Ihnen je gesagt, dass Sie fleißig wie ein Bienchen sind? Mir nicht. Über mich sagte der weltbeste Exmann, ich flöge wie ein Schmetterling von einem Abenteuer zum nächsten. Überhaupt konnte jener wie ein wilder Stier reagieren, wenn man ihm Unrecht tat und dann fällt mir noch einer ein, der brüllen konnte wie ein Löwe und sein polnischer Helfer schlug daraufhin Haken wie ein Hase. Und auch einem echten Windhund (auf zwei Beinen) bin ich einmal aufgesessen, ich dumme Kuh.
Meine italienische Tante z.B. hat das Lachen einer Ziege die auf Blech pinkelt und meine früher beste Freundin hatte einen Giraffenhals.
Es muss auch Echsen gegeben haben unter meinen Vorfahren, denn ich kann mich wie ein Chamäleon meiner Umgebung anpassen, und zwar unabhängig davon, ob diese gerade aus dummen Gänsen, Knurrhähnen, Alphawölfen oder Brillen- oder Warteschlangen besteht.
Über Hengste und Rammler lasse ich mich hier jetzt nicht aus aber ich muss sagen, dass ich froh bin, Herrn Rosmarin nicht „Bär“ nennen zu müssen, denn brummig ist er fast nie.
Und natürlich rede ich nicht vom Vögeln wenn ich stolz bekenne, gerade keine Schlange an meiner Brust zu nähren und auch keine Laus im Pelz zu haben. Auch wenn ich zugegebenermaßen gelegentlich die Flöhe husten höre.
Wenn wir also dem Tierreich so nahe sind, was soll also der Quatsch mit dem Vermenschlichen?
Eigentlich wollte ich nur sagen, dass ich mich grad pudelwohl fühle.

und überhaupt....

Hunde, sind unsere Verbindung zum Paradies. Mit einem Hund an einem herrlichen Nachmittag an einem Hang zu sitzen kommt dem Garten Eden gleich, wo Nichtstun nicht Langweile war - sondern Frieden. (Milan Kundera) Yahoo! Avatare

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