werner & wilma

frühmorgends nimmt Wilma sich ein Herz.

Von der Seite sieht sie seine erstaunliche Silhouette und stupst ihn zart an.
„Du, Werner, … ich mag Dich…. sehr“.
So, denkt sie sich, nun ist es also raus. Kaum merklich neigt Werner den Kopf zu ihr. Sie gefällt ihm auch, aber so einfach ist das leider nicht.
„Wilma, ich bin froh, dass Du meine Nachbarin bist, aber mehr geht nicht zwischen uns!“
„Gefalle ich Dir nicht?“ fragt Wilma sichtlich nervös, denn es war schwer genug, überhaupt bis hier her zu kommen. Normalerweise ist Werner tatsächlich ein schweigsamer Nachbar. Er redet eigentlich so gut wie nie und schaut am liebsten schweigend über die Felder. Nichtmal ein kleines Seufzen ist von ihm zu hören, wenn die Oktobersonne den Boden wärmt. Und dennoch findet Wilma ihn unwiderstehlich. Er ist ein großer, starker Kerl, das mag sie. Und seine Ernsthaftigkeit.
„Hör mal Wilma!“ Werner überlegt hin und her, wie er es ihr beibringen soll. „Du bist wirklich eine ganz fesche, appetitliche, süße Kleine!“
„Dann bin ich jetzt mal auf Dein Aber gespannt“ antwortet Wilma enttäuscht und gereizt. Warum sagt er nicht frank und frei, dass er entweder an ihr nicht interessiert ist. Oder vielleicht ist er vollkommen unempfänglich für Gefühle jeder Art?
Verdammt, denkt sich Werner, wieso bringt sie mich so in Verlegenheit… und er setzt erneut an.
„Also Wilma, was soll das Gesäusel. Wir leben hier nebeneinander…Ja. Und Du gefällst mir auch“… verdammt, denkt sich Werner, soweit waren wir schon.
„Ja? Aber?“ fragt Wilma.
„Ja? Aber???“ poltert Werner los. „Was soll das Liebesgedöns, wenn wir doch alle sowieso dem Untergang geweiht sind“
„Dem Untergang geweiht?“ Jetzt ist es Wilma die fassungslos ist und Empörung in sich aufsteigen fühlt. „Dem Untergang geweiht? Jessas Werner, da habe ich dich aber überschätzt. Du meinst, nur weil wir sterblich sind, wie alle auf der Welt, lohnte sich die Liebe nicht? Und weil morgen vielleicht die Welt schon untergeht, lohnte sich die Liebe nicht?“
„Ach Wilma, bist Du blind? Ja siehst Du denn nicht, wo wir leben? Und wohin das alles führt? Unser Sommer hat kaum angefangen, da ist der Winter schon da. Und eh wir es uns versehen, wird man uns die Köpfe abschlagen und dann können wir unsere Liebe in der Hölle von Heins Schmortopf besiegeln!“
Werner war nun richtig sauer und verzweifelt. Zu gern wäre er wild und frei geboren worden, aber das Schicksal hatte es nicht gut mit ihm gemeint. Und mit der schönen Wilma auch nicht. Er hätte heulen können vor Wut, aber das Weinen war ihm noch nie gegeben gewesen.
„Ja“ sagt Wilma leise. „Ich habe auch schon davon gehört. Ich weiß, dass wir nicht frei sind und niemals Nachkommen haben werden. Falls das wirklich alles stimmt. Aber hey….“ zart lehnt sie sich an ihn an….“ist doch egal. Ich mag Dich und bin froh, Dich zu kennen. Auch wenn unsere gemeinsame Zeit begrenzt ist. Sei kein Wirsing Du oller Dickkopp!“
Werner lehnt sich ein kleines bisschen zu ihrer Seite hin. Er findet sie hinreissend und treibt eine kleine Wurzel aus, die er unterirdisch zu ihr rüber schiebt.


 photo wernerampwilma.jpg
datja (Gast) - 31. Okt, 14:33

SCHLUCHZ

hmhmhm
ich esse ja immer weniger fleisch...
und jetzt

VERMIESEN SIE MIR AUCH NOCH DAS GEMÜSE ???

WOHIN SOLL DAS FÜHREN ???
SIE:::::SIE:::::SIE::::DINGS SIE.
;)))

Käthe Knobloch (Gast) - 31. Okt, 18:31

Ach, Werteste, was für eine wunderschöne Liebesgeschichte. Wir müßten doch alle viel feinstreckwurzeliger werden. Aber wem schreibe ich das?! Wissen Sie noch um Ihr ganz eigenes Liebesblumenstraußnichtgedicht? Ich sortiere gerade die Lebensabschnittsschubladen aus. Dieses ist auf dem Behaltenwollenstapel gelandet und ich klickerdiklacke es hier gernst nochmal ein. Von mir für Sie:

Rosmarins Strauß

Süße, sinnliche, verführerische Schokoladencosmeen. Bei einigen fehlt ein Blättchen. Narben hat jeder. Würziger und belebender Rosmarin. Nur wenig Efeublätter. Nicht zuviel, sind sie doch giftig. Peperoni. Scharf, prickelnd, nie langweilig. Noch eins drauf setzen die Chilis. Manchmal muß man sich die Zunge einfach verbrennen. Beruhigend und heilsam das Johanniskraut. Physalisfrüchte bergen Süße und fruchtige Frische. Fast versteckt, in sich ruhend, die Hortensie. Farbenspiel, daß sich ständig ändert. Farn umspielt den Strauß. Naturverbunden und lebensbejahend. Möge das Band der Liebe Rosmarins Strauß immer zusammenhalten.

Das Photo habe ich nicht mehr dazu, doch in meinem Herzen ist es abgelichtbildet. Jetzt auch soifzend, Ihre Ummeeckefernfreundin.

rosmarin - 31. Okt, 19:15

liebreizende käthe,
ich habe das foto noch.... und vor allem habe ich das original noch zu hause stehen.
und das zart in muschelrosmarin eingearbeitete gedichtchen ziert mein büro.
so ist das!

 photo Ro-strauss11.jpg
Käthe Knobloch (Gast) - 31. Okt, 19:48

So ist das! Was liebe ich diesen Imperativ! Mit um die Dielung heulenden Grüßen, Käthe, nostalgierend und originalsehnsüchtelnd.

Ich glaube es nicht, das Verzerrwort ist "Farn"!
muetzenfalterin (Gast) - 1. Nov, 10:36

wundervoll. allein diese idee, eine liebesgeschichte über gemüse zu schreiben. ich bin hingerissen.

testsiegerin - 5. Nov, 19:32

eine schöne geschichte, die nach einem skurrilen arbeitstag ein lächeln auf mein gesicht gezaubert hat!

gamine - 5. Nov, 20:59

0h wow...

kontor111 - 18. Nov, 14:55

Ich WUSSTE es:"Wirsing" kommt von "wir singen" - und dann noch im Duett!

rosmarin - 20. Nov, 11:05

träller..... exakt :-)

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