wenn die 8….

seegang hat, kippt sie zur seite. dann wird sie zur unendlichkeit. davon wiederum träumte eszther. nun gut….. die sache mit der unendlichkeit war eine sache für sich, und eszther nahm den mund gern voll. zumindest aber träumte eszther davon, dass etwas bis zum lebensende halten möge…. nur so, aus good will, hoffnung, lore-roman und ewig-jugendlichem leichtsinn. letzteren hatte sie sich trotz vorgerückten alters bewahrt.
darum – also aufgrund ihrer uneinsichtigkeit in den zahn der zeit - hatte sie es im alter von 50 auf fünf ehen gebracht. und auf sieben frettchen. das war so ihre art. die frettchen waren treuer als eszther und gehorchten aufs wort. zumindest wenn estzer mit ihnen fertig war. die frettchen – so hatte estzher heraus gefunden – liebten leckerchen und schneewalzer, die ehemänner liebten mehr den tango. das wiederum lag jedoch daran, dass sie ihre männer gezielt in südamerikanischen gefilden gesucht und auch gefunden hatte. die glorreichen fünf – so nannte eszther sie insgeheim – hatten eines gemeinsam: sie kämpften sich die behaarten brustkörbe wund, um sie zur ehe zu bewegen. nach der eheschließung jedoch entwickelten sie sich - mal schnell, mal langsam – zu bierbäuchigen, trägen wahrheitsansagern. dies wiederum liebte eszther gar nicht und so gab es jedes mal streit, und manchmal flog porzellan und es endete immer gleich. es endete jedenfalls.
das letzte porzellan zerschlug armando in buenos aires, der stadt, die nebenbei bemerkt und tatsächlich die höchste psychotherapeutendichte der welt aufweist, nachdem eszther sich geweigert hatte, sein lieblings-t-shirt zu batiken. sie mochte den retro-hype einfach nicht und wollte auch nicht berücksichtigen, dass armando immerhin fünfzehn jahre jünger war als sie und batiken einfach anders schätzte als sie selbst.
so flog sie zurück nach deutschland und gönnte sich einen monat auf der vogelinsel in der nordsee, die von ihrem frühen studienfreund ole beaufsichtigt wurde.
ole war grau geworden und hatte zwei zähne weniger als noch mit achtzehn. auch ole hatte hatte einen bierbauch aber seine wahrheitsansagen waren anders. er konnte fünfzehn verschiedene vogelstimmen in der balz naturgleich nachahmen und er konnte an der farbe des meeres die aktienkurse treffsicher voraussagen, was er natürlich niemals ausgenutzt hätte.
so saß eszther auf seinem kleinen boot und fütterte die fische - was auf deutsch „kotzen“ heißt. sie übte verschiedene knoten – aber wirklich schlau war eszther auch nicht – und so blieb sie an dem achterknoten hängen. und an ole.

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und überhaupt....

wenn die klügeren immer nachgeben, regieren die dummen die welt.

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