Blogger seien sozial gehemmt.....
... und auch eigenartig verstört..... so zitiert sie einen mir unbekannten Mitbürger und wir kichern beim Weisswein.
Wir kennen uns ja eh schon lang, haben eine gute Nachbarschaft mit dosierter Neugier, freundlichem Nachfragen und scherzen über die Gasse.
Völlig wurscht, dass wir uns bisher nicht persönlich begegnet sind, das kann man ja sowieso jederzeit nach holen.
Wir haben ja soviele online-Freunde, dass wir ein neues Wort für die anderen brauchen.
Ich werde also im schicken Cabrio vom Bahnhof abgeholt, und erhalte eine ganz spezielle Führung durch ein wunderbares Viertel. Wir laufen und ich staune, lausche und bewundere die wunderbaren breiten Gassen, die alten Bauten, die tausendschaften italienischer, thailändischer, indischer und vietnamesicher Restaurantchen.
Der uralte Einzelhandel erfindet sich neu: von selbstgefertigten Klamöttchen über Schuhe, alte Lampenläden, Möbel, Design und Kinderyoga..... lauter kleine Unabhängige, die der Globalisierung die lange Nase machen. Wir lachen über die Sven-Oles, die Anna-Marias und schauen den verbliebenen Trinkern beim trinken zu.
Wir spazieren durch großartige alte Bauten und räsonieren darüber, was es über Menschen aussagt, wenn sie im Netz nicht auftauchen. Ein wunderbarer kleiner Kurzurlaub.... den ich den nächsten zwei Tagen dringend benötigen werde..... denn die Kunden sind anspruchsvoll aber nett und sie freuen sich, dass mir ihre Stadt, ihr Viertel so gut gefällt.
Am Abend des ersten Kundentages erinnern meine Füße mich an die vorherrschende Hitze. Sie sind unendlich breit und schmerzend geworden und ich krieche ins Hotelzimmer, um in die Schlappen zu steigen. Mit den Schlappen krieche ich zu einem Kollegen, der eine ganz feine kleine Bar eröffnet hat mit seinem Kumpel. Sie ist winzig aber voll. Die Kunden und Fans der Bar sind Swingfans, tragen Tolle, Lippenstift und wunderbare Jugendstil-Tattoos. In der Kneipe gegenüber spielen zwei Roma bayerische Blasmusik. Ich lausche und staune, erfahre, dass bestimmte Dj's sich reißen, dort aufzulegen, dass man einen Zeichentrickfilm über die Beatles aus den 60ern ausgegraben hat und das deutsche Synchronstimmen Kult seien. Höre von spektakulären berliner Gewohnheiten und lasse mich von einem Taxifahrer Heim kutschieren, der zunächst die vollkommen falsche Richtung einschlägt, weil er nicht zugehört hat. Er lacht sich darüber kaputt und meint, alle seine Frauen hätten behauptet, er sei der perfekte Mann, wenn er nur gelegentlich Zuhören könnte. Einstmals hat er eine andere Frau aus dem gleichen Grund, 20 km in die vollkommen falsche Richtung gefahren, sei mit ihr dann Burger essen gegangen, während ihr Freund telefonisch immer wieder nachfragte, wann sie endlich komme.
Ich falle ins Bett, krieche erneut zum Kunden und erfreue mich wie viele hunderttausend andere Bürger auch an der Findigkeit der Deutschen Bahn. In meinem Falle startet der Sprinter, der einen erheblichen Zuschlag kostet, damit man von Berlin ins Maindörfli ohne Zwischenstop fahren kann, pünktlich. Blöderweise fällt in meinem Wagen die berühmte Klimaanlage aus. Großzügig meint der Herr Kontrolleur, man könne sich in einem anderen Wagen einen Platz suchen. Super. Ich habe eh freie Sitzplatzwahl, was tut der Kerl so, als sei es seine Großzügigkeit?????
Ich schaue nach links, nach rechts .... und beschließe, lieber einsam zu schwitzen, als in Massen zu unterkühlen.
Die Strecke sei überlastet. "Wir bitten um Entschuldigung".... ist der meistgehörte Satz im Kontext der DB. Nur sie schafft es, auf teuer bezahlter Direktstrecke ohne Zwischenstop 30 Minuten Verspätung einzufahren.
Nur mal gut, dass ich so einen entspannten Start hatte.
Meine Bandscheiben hingegen sind nun extrem unentspannt. Isch habe ias.
Wir kennen uns ja eh schon lang, haben eine gute Nachbarschaft mit dosierter Neugier, freundlichem Nachfragen und scherzen über die Gasse.
Völlig wurscht, dass wir uns bisher nicht persönlich begegnet sind, das kann man ja sowieso jederzeit nach holen.
Wir haben ja soviele online-Freunde, dass wir ein neues Wort für die anderen brauchen.
Ich werde also im schicken Cabrio vom Bahnhof abgeholt, und erhalte eine ganz spezielle Führung durch ein wunderbares Viertel. Wir laufen und ich staune, lausche und bewundere die wunderbaren breiten Gassen, die alten Bauten, die tausendschaften italienischer, thailändischer, indischer und vietnamesicher Restaurantchen.
Der uralte Einzelhandel erfindet sich neu: von selbstgefertigten Klamöttchen über Schuhe, alte Lampenläden, Möbel, Design und Kinderyoga..... lauter kleine Unabhängige, die der Globalisierung die lange Nase machen. Wir lachen über die Sven-Oles, die Anna-Marias und schauen den verbliebenen Trinkern beim trinken zu.
Wir spazieren durch großartige alte Bauten und räsonieren darüber, was es über Menschen aussagt, wenn sie im Netz nicht auftauchen. Ein wunderbarer kleiner Kurzurlaub.... den ich den nächsten zwei Tagen dringend benötigen werde..... denn die Kunden sind anspruchsvoll aber nett und sie freuen sich, dass mir ihre Stadt, ihr Viertel so gut gefällt.
Am Abend des ersten Kundentages erinnern meine Füße mich an die vorherrschende Hitze. Sie sind unendlich breit und schmerzend geworden und ich krieche ins Hotelzimmer, um in die Schlappen zu steigen. Mit den Schlappen krieche ich zu einem Kollegen, der eine ganz feine kleine Bar eröffnet hat mit seinem Kumpel. Sie ist winzig aber voll. Die Kunden und Fans der Bar sind Swingfans, tragen Tolle, Lippenstift und wunderbare Jugendstil-Tattoos. In der Kneipe gegenüber spielen zwei Roma bayerische Blasmusik. Ich lausche und staune, erfahre, dass bestimmte Dj's sich reißen, dort aufzulegen, dass man einen Zeichentrickfilm über die Beatles aus den 60ern ausgegraben hat und das deutsche Synchronstimmen Kult seien. Höre von spektakulären berliner Gewohnheiten und lasse mich von einem Taxifahrer Heim kutschieren, der zunächst die vollkommen falsche Richtung einschlägt, weil er nicht zugehört hat. Er lacht sich darüber kaputt und meint, alle seine Frauen hätten behauptet, er sei der perfekte Mann, wenn er nur gelegentlich Zuhören könnte. Einstmals hat er eine andere Frau aus dem gleichen Grund, 20 km in die vollkommen falsche Richtung gefahren, sei mit ihr dann Burger essen gegangen, während ihr Freund telefonisch immer wieder nachfragte, wann sie endlich komme.
Ich falle ins Bett, krieche erneut zum Kunden und erfreue mich wie viele hunderttausend andere Bürger auch an der Findigkeit der Deutschen Bahn. In meinem Falle startet der Sprinter, der einen erheblichen Zuschlag kostet, damit man von Berlin ins Maindörfli ohne Zwischenstop fahren kann, pünktlich. Blöderweise fällt in meinem Wagen die berühmte Klimaanlage aus. Großzügig meint der Herr Kontrolleur, man könne sich in einem anderen Wagen einen Platz suchen. Super. Ich habe eh freie Sitzplatzwahl, was tut der Kerl so, als sei es seine Großzügigkeit?????
Ich schaue nach links, nach rechts .... und beschließe, lieber einsam zu schwitzen, als in Massen zu unterkühlen.
Die Strecke sei überlastet. "Wir bitten um Entschuldigung".... ist der meistgehörte Satz im Kontext der DB. Nur sie schafft es, auf teuer bezahlter Direktstrecke ohne Zwischenstop 30 Minuten Verspätung einzufahren.
Nur mal gut, dass ich so einen entspannten Start hatte.
Meine Bandscheiben hingegen sind nun extrem unentspannt. Isch habe ias.
rosmarin - 22. Jul, 20:31