Paul

Montag, 9. Januar 2012

Wo warst Du....

....vor zwei Jahren?
jetzt, um diese Uhrzeit vermutlich schon in Deinem Wohnmobil. Vermutlich schon tot.
Dein Sohn und ich …. wir wollten nicht in die Gerichtsmedizin. Wozu auch?
Aber wo warst Du an Weihnachten vor zwei Jahren? Hast Du mit der Bettlerin gefeiert, die immer vor der Kleinmarkthalle sitzt und ihre Hunde nach Bedarf auswählt? Den Schwarzen für faule Tage und den Braunen für Geldtage, weil ja die Leute nix spenden für Bettler mit schwarzen Hunden?
Und wo warst Du an Silvester vor zwei Jahren? Bei der Bettlerin? Allein am Mainufer mit Deinem neuen Hund, dem wilden Viech, im Arm??
Und hast Du geahnt oder gewusst, dass es Dein letzter Jahreswechsel wird? Hattest Du ein komisches Gefühl? Oder hast Du mit Freunden Gänse verspeist, Vino getrunken, die Welt diskutiert? Und was hast Du Heute morgen vor zwei Jahren gedacht? Wusstest Du, dass Du den Tag nicht überleben wirst? Ahntest Du, dass Dein Sohn mich übermorgen anrufen würde, um mir mitzuteilen, dass man Dich tot am Mainufer gefunden habe? Und warst Du bei ihm in der Nacht? Und am nächsten Tag?
Das Leben ist weiter gegangen. Ja…. jetzt würdest Du lachen, weil das eh selbstverständlich ist. Aber warst Du im Geiste noch bei uns – bei Deinem Sohn und mir – als wir das Wohnmobil entrümpelten? Überall Dein Duft, Deine Krankheiten, Dein Chaos…. und Dein Sohn….. voller Haltung. Tapfer. Wie er es schon als Vierjähriger war, als er sich tapfer entschied, doch lieber bei Dir wohnen zu wollen und seine Mutter …. Immer greifbar.
Du weißt, dass es mir leid tut, dass ich Dich nicht angerufen habe…. so zwischen den Jahren. Es hätte eh nichts geändert. Aber mir tut es leid. Ich frage mich, ob ich es wohl geahnt hätte, wenn ich Dich angerufen hätte, dass Du die kommenden Tage nicht überleben würdest? Es sind Fragen des Glasperlenspiels.
Und dennoch…. frage ich mich…..wo warst Du jetzt vor zwei Jahren? Und wo bist Du nun?

rpk8a

PS:
ich habe den blogeintrag oben in meinem büro verfasst. und als ich runter zum herrn ro ins erdgeschoss ging... da spielte er auf seinem lap dieses lied, dass ich an deinem begräbnistag gebloggt habe.
zufall?
ich war sprachlos, denn ein zufall konnte es nicht sein. entweder.... du warst hier und hast mir das lied zurückgespielt....oder der herr ro und ich haben ein telepathisches verhältnis. über beides würdest du lachen.... aber das macht nichts. denn ein zufall ist es nicht.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Vor 11 Jahren begann ...

…. ich meinen ersten Blog. Der mittlerweile verstorbene Paul, hat ihn mir auf meiner Job-Homepage versteckt. Die, die es wussten, konnten dort klicken und das Blogfenster öffnete sich.
Damals lebten wir auf einem Schiff in allerlei Gegenden von Deutschland und Frankreich.
joplin
Zumeist lebten wir in Frankreich, immer auf dem Schiff, und ich fuhr meine Jobtermine mit dem Auto, das mir in Südfrankreich die Araber eines französischen Nazidorfes zerschlugen. Ich fuhr die Job-Termine auch mit dem Zug an und flog… immer über Paris.
In diesen Zeiten fand ich Rundmails an die Daheimgebliebenen Freunde und Familie irgendwie blöd… und so fanden wir eben die Möglichkeit eines Blogs, auf der HP versteckt.
Irgendwann, wir waren schon wieder mit Wohnung in Deutschland sesshaft, es war zu den Zeiten des ersten Blogs von Else Buschheuer, würde mir die Sache mit dem versteckten Link auf der HP zu heiß. Es kam zum ersten Blog, ich weiß gar nicht mehr wo.
Wir zerstritten und trennten uns, ich wechselte den Bloganbieter und natürlich fand Paule den neuen Blog auch. Die Blogzeit war eine des Mitteilens, an die die man mag und kennt und an die Fremden, die Freude am Lesen hatten. Bloganbieter wurden gewechselt, man war noch Teil der Avantgarde.
Das Mitteilen erzeugte die Freude am Schreiben an sich. Erneute Bloganbieterwechsel. Und irgendwann bin ich hier auf twoday gelandet. Die Freude am Mitteilen war längst geteilt von der Freude am Fabulieren. Unvergessen (zumindest für mich), als Svashtara zu diversen Schreibprojekten aufrief. Zum Beispiel zu dem Schreibprojekt „in 30 Tagen um die Welt“. Eigentlich schade, dass sich keiner fand, sich der Mühe einer Herausgeberschaft zu unterziehen.
Die Freude am Fabulieren und am Schreiben, ließ die alte Blogidee, nämlich sich mit-zu-teilen…. Irgendwie in den Hintergrund treten. Das „Befindlichkeitsbloggen“ wurde herabgemindert, zugunsten halbliterarischer Ergüsse. Heute hat ja fast jeder Blogger eine Mission. Entweder er will Schriftsteller werden, oder aber die Welt kommentieren, oder aber sonst etwas Relevantes hinterlassen. Ich darf das sagen, denn ich bin ja auch nicht besser.
Aber just heute Abend habe ich beschlossen, nach dem Lesen meiner letzten Einträge, wieder zum Befindlichkeitsbloggen zurückzukehren und dieses zu mögen und für gut zu halten.
Vermutlich liegen meine Gedanken eh nur an der Maske, die ich mir zwecks Verjüngerung oder Erhaltung aufs Gesicht legte. Sie spannt. Ich geh sie abziehen und bleibe die, die ich bin und war und werde.

Mittwoch, 4. August 2010

64

.... wärst du heute geworden.
hättest quatsch gemacht, wie üblich.
hättest im stammcafé gesessen, wie üblich.
hättest schabernack mit seinen gästen getrieben, wie üblich.
hättest frechheiten von dir gegeben, so wie üblich halt.
und irgendwie bilde ich mir ein, dass wenn ich jetzt im maindörfli wäre und in dein stammcafé ginge, dass du dann da auch sitzt.

rpk8a

nichts ist mehr, wie üblich.
und ich hoffe, du bist woanders, als nur im Nichts.
nichts kann es ja auch nicht geben.

Sonntag, 7. März 2010

bald sind es zwei Monate....

.... vor denen Du gingst.
Aber nein. Gegangen bist Du nicht. Nicht freiwillig jedenfalls.
Aber wärst Du geblieben.... vielleicht hätten sie Dir bald die Beine abnehmen müssen? Die Station wäre eine letzte und stationäre gewesen. Da hättest Du Dich eher aus dem Fenster geworfen.
Und trotzdem.... schon bald zwei Monate. So kurz und schon so lang.
Deinen Leib haben wir längst verbrannt, den Rest in Erde herab gelassen. Dein Blog sperren lassen. Deine Fotos..... die sind noch da. Und wenn man Deine Stimme hören will, kann man auf myvideo und sonstwohin gehen.
Aber wir, die die Dich mochten, liebten, begleiteten .... wir kramen in den Erinnerungen. Nicht mehr im Internet. Weil wir halbwegs begriffen haben, was wir nicht begreifen werden.
Das Du schon woanders bist.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Stille.

Dass es Zufälle vermutlich nicht gibt, das wusste ich schon bevor ein Buddha an der Hand einer weis(s)en Frau vor einigen Tagen hier anlandete. Wunder geschahen, Nächte wurden mit dem Tod an der Hand durchlacht.
Und die vor 25 Jahren zurückgegebenen Tarotkarten hielten wieder Einzug. Gott und die Welt und alles wird gut.
Lachtränen, Freudentränen, schlimme Tränen, Abschiedstränen, Sektgrußgläser am Balkon, ein verliebter Hund und dann wurde es still am Fluss.
Der Drache und der Buddha schauen sehnsüchtig zueinander zurück.
Zwei mal Zwei gehen in unterschiedliche Richtungen, kurzfristig.
Der Himmel brach nach vielen Wochen auf und Sonne strahlt in die Trauerhalle und ins Bankfurtchen. Paul-Wetter. Und viele viele Menschen weinen bei Janis Joplin in der Kapelle und schweigen auf dem langen Marsch, den Paul zu Fuß gar nicht geschafft hätte.
Kein Grabgeschwätz, nur stille Tränen.
Inmitten dieser weinenden Menschen eine Hand, die ein Taschentuch rüberschiebt und mich am Arm zupft, so als ob es keine fünf schmerzhaften Jahre des Schweigens gegeben hätte.
Umarmungen – am Fluss und am Grab.
Stille und Schmerz.

Mittwoch, 10. Februar 2010

heute.... müssen wir dich der Erde übergeben....

Samstag, 30. Januar 2010

im Traum....

bist Du mir über den Weg gelaufen heute Nacht.
Falls das ein Traum war.
Plötzlich standest Du neben mir..... und ich war gleichzeitig erschrocken und froh, dann fing ich an zu Lachen und sagte.... "ich hab's mir doch gedacht, dass Du eines Tages plötzlich wieder da stehst und Dein Ableben gar nicht stimmt" und schlug Dir mit der Hand fröhlich aufs Knie.
Du sagtest, Du kämst gerade von Phi, Deinem Sohn.
Ich freute mich und atmete erleichtert auf.
Aber Du hast ganz ruhig mit dem Kopf geschüttelt.
"Nein, nein.... ich bin schon wirklich weg"
Ich fand das eigentlich logisch und fragte, ob Du Sehnsucht nach Deinem hinterbliebenen Hundchen hast. Aber Du hast das verneint. Du seist jetzt wieder mit Ayla zusammen unterwegs und Ihr hättet da Euer eigenes Leben und das sei gut so.
Und gut hast Du ausgeschaut. Gesund und aufgeräumt.
Eigenartig.

Montag, 25. Januar 2010

weil dies nun mal meine spielwiese ist....

kann ich der welt und dir auf die nerven fallen, ganz so wie ich es will...



wohlwissend, dass du weder nach murcia, noch zur corrida wolltest und mit flamenco nichts anfangen konntest. der war zu dunkel für dich.
vermutlich blickst du mir lachend über die schulter und hast doch ein tränendes auge, weil du schon verstehst, was ich damit meine und es doch nie zugegeben hättest.
aber damals, als wir auf dem schiff lebten, zwischen burgund und südfrankreich hin und her pendelten, ich nach deutschland zum geld verdienen und wir im mai nach saintes maries de la mer fuhren...
da liebtest du auch die zigeuner und mir wurde klar, dass du längst verstanden hattest, flamenco hin und stierkampf her



die heilige sarah hast du verehrt, obwohl du die popen verachtetest und unseren dunkelblauen bmw haben wir mitten im zigeunerlager geparkt, weil wir wussten, dass er da am sichersten steht.



ganz anders war es in beaucaire, da haben uns die araber das auto zertrümmert...
.... den stierkampf hast du trotzdem nie leiden mögen. der war dir auch zu schwarz, aber die carmarguaise.... die hast du gern gehabt und die zarten stierchen der carmague.... die mochtest du auch... dir war immer sehr nach leichtigkeit und freude. für das schwere gefühl hast du nichts übrig gehabt.
gut so.



seit jahren hast du davon geträumt, wieder einmal dorthin zu fahren. gesundheit, auto und geld standen im weg. aber das träumen, das hast du dir bei behalten.
gut so.

Freitag, 22. Januar 2010

müde....

denke ich, dass es an der Zeit wäre, mal wieder was luftig, leicht und lockeres zu posten.
Aber meine Finger sind leer, der Kopf müde, das Herz taub...



aber hey....
es ist was es ist

rpk8a

Mittwoch, 20. Januar 2010

Spukst Du?

Oder hat uns die Exgattin des Herrn Rosmarin verflucht?
Sonst fiele mir kein Grund ein für das gestrige Hin- und Hergeschalte der Lichtschalter, für Über- und Unterspannung, für das Verabschieden von Telefonanlage, Netzkabeln, Lampen und Kühlschrank.
Hast nochmal richtig eingeheizt hier und es war gruselig. Innerhalb von 30 Minuten war das Ende der Zivilisation erreicht. Es roch und ich habe den Hauptschalter umgedreht. Dann Dunkelheit. Kerzen. Zwei Gläser Rotwein und im Kernzenlicht auf Karopapier geschrieben.
Kein Handy laden, keinen Telefonanruf machen können, kein Kochen, kein TV und kein Internet. Der Mann im Krankenhaus, der Hund ängstlich unter dem Tisch zu meinen Füßen. Nur die Mechaniken gingen: Uhr, Türschloss, Klospülung.
Im Schlaf der vorangegangenen Nacht träumte ich, einen Zahn verloren zu haben und eine Stimme aus dem off sagte „Loslassen“. Das hatte ich tagsüber ganz anders interpretiert und nun sass ich da in der Dunkelheit und fror vor mich hin und dachte über das Leben und die brüchige Zivilisation nach.
Der Elektriker heute morgen meinte, die Null sei abgebrannt und hat alles innerhalb einer Stunde repariert. Nun ja…. alles….bis auf den defekten Computer, das tote Fax und die gesammelten Netzkabel. Ich denke, der Elektriker versteht nichts von Spuk.

Damit ich wieder unter die Lebenden komme, bin ich heute abend mit dem Fräulein Möchtegernwindhund um die Eisbahn zur Hasenjagd spaziert. Da lief Peter Fox und ich konnte auf der dunklen Wiese ein Tänzchen machen, während das Fräulein sich eine Maus fing.

und überhaupt....

Hunde, sind unsere Verbindung zum Paradies. Mit einem Hund an einem herrlichen Nachmittag an einem Hang zu sitzen kommt dem Garten Eden gleich, wo Nichtstun nicht Langweile war - sondern Frieden. (Milan Kundera)

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