frau meertau im inselglück

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Das Eiland...

...versinkt im Regen. Die Mäuse, die die Dachgeschosse des Erdreichs bewohnen, flüchten aufs Feld und werden vom Hund um die Ecke gebracht.
Glaubte ich nur, was ich sehe, so würde ich das Festland für unmöglich halten.
Auch das gestrig, anlässlich des Festes ausgesprochene Tötungsverbot, hat das Fräulein geflissentlich überhört und ein kapitales Kaninchen geschossen (@Jäger: an der Leine und ich konnte es wirklich nicht verhindern!).
Im beständigen Regen durchlaufen wir die Felder und erblicken, was der Winter her gibt. Die entlaubten Bäume zeigen gelegentlich ein Haus, das im Sommer nicht zu sehen ist, ein Reh, das im Garten des umme-Ecke-Nachbarn gemütlich schläft, nur mal den Kopf hebt, die Hundeleine erkennt und in aller Ruhe das Köpfchen auf den zusammengekringelten Leib zurücksinken lässt.
Wo sonst Mais, blühender Raps und Weizen stehen, sehen wir nun, was hinter allem steht: nackte, schwarze Erde. Sie ruht sich aus und erneuert ihre Fruchtbarkeit.
Die Gänse, die im November noch im Nachbarort herumliefen sind tot, verspeist, ausgeschieden. Asche zu Asche und Staub zu Staub. Auch die Schweine im Schweine-KZ sind halbiert und nur noch das fette Glücksschwein, das irgendwie dem Wahnsinn entkam, schaut durch den Zaun.
Freundinnen schicken mir lustige Kinderfotos und ich hatte das ruhigste Weihnachten seit ich denken kann.
Kein Baum, keine Geschenke, keine Lichterketten. Nur der Blick auf die dunkle Dorfstraße und der Herr Ro amüsiert sich köstlich über die Anderen. Sie hatten so viel Stress in den letzten Wochen: Geschenke kaufen, Bäume fällen, Lichterketten anbringen. Und in wenigen Tagen schon, werden sie wieder Stress haben: Geschenke umtauschen, Lichterketten abräumen, Bäume entsorgen. Wir werden dann auf die dunkle Dorfstraße schauen und dem Wind lauschen. Der manchmal stark genug ist, um tagsüber das Licht anzuknipsen.
In der Zwischenzeit räsonieren wir über den Satz meiner weinviertler Freundin, dass älter werden nichts für Weicheier sei und kurz bevor wir in tiefe Gedanken versinken, macht einer einen blöden Witz. Das ist andernorts guter Flamenco.
Viele Jahre ist es her, das ich jährlich im Mai zum Stierkampf fuhr. Es war damals ein großes Thema für mich und fällt in etwa mit der Zeit zusammen, als ich die ersten Blogs hatte. Dieser Plattform hier war ich nun fast zehn Jahre treu.
Dem Mann bin ich nun auch schon mehr als zwölf Jahre treu. Dabei war Treue nie meine Stärke. Was den Mann angeht, so fällt es mir leicht. Was die Plattform angeht, fällt es mir zunehmend schwer.
Also werde ich vermutlich die Adresse ändern, nicht aber das Schreiben, nicht aber den Mann, eigentlich werde ich fast nichts ändern. Eigentlich eine ganz gute Bilanz…. denke ich, während ich im Schweinestall rauche und meinen Rotwein trinke. Das Leben wird einiges ändern. Nicht nach meinem Geschmack, aber ich ändere erst mal so wenig, wie es das Leben mir vergönnt.

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wer nichts zu lesen geschenkt bekommen hat....

.....
könnte sich hier noch etwas hübsches runterladen
http://kittykoma.de/

Sonntag, 21. Dezember 2014

ich werde ein bisschen diogena spielen...

in den kommenden mehreren tagen.
...
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...

müde bin ich zu diesem ausklingenden jahr. eigentlich sind dies die meisten, aber ich war meistens nicht müde am ende eines jahres.
es war ein anstrengendes jahr.
volle kalender hatte ich auch vorher schon, aber diesjährig hat es mich zum ersten mal angestrengt. während mann und fräulein hund fröhlich herummäandern und einfach nur leben, bin ich ständig am kofferpacken und abarbeiten von erledigungslisten, bin ich charmant und schlagfertig und nun sagt der körper langsam: stop.
ich will nicht jammern, drum erspare ich diesem refugium hier die details.
ich habe auch brav jedes jahr den jahresrückblick verweigert.
so will ich es auch weiterhin halten.
warum sollte ich von schmerzen schreiben, von sterbenden, vom freund, der sich in die hölle zurück gezogen hat, von meinem streikenden herz?
eben.
viel lieber würde ich schreiben von meiner reise zur freundin und unseren ausufernden lachsalven und nächtlichen gesprächen.
viel lieber würde ich schreiben von so vielen momenten der freundschaft, des glücks auf der insel, vom oberton singenden mann, von herzensmomenten.
aber ich bin müde.
ich komme dem ganzen leben kaum noch hinterher und trage pläne länger schwanger als eine elefantenkuh.
seit drei jahren liegt meine homepage brach, dafür ist der kalender so voll wie nie.
seit über einem jahr überlege ich den blogumzug, dabei komme ich gar nicht mehr zum schreiben.
seit zwei jahren überlegen wir den kompletumzug auf die insel und finden dennoch keine zeit, diesen auch wirklich in angriff zu nehmen.
mit der langsamkeit kommt "ich sollte, wollte, müsste, könnte" und ich muss mir den konjunktiv ganz schnell wieder abgewöhnen.
aber schön wäre es doch, wenn das kommende jahr ein paar angenehme überraschungen bereit hielte. keine ahnung welche.
angenehm soll es werden.
und ich sollte endlich die koffer packen :-)
damit ich schnell auf die insel kann, im tonnenhäusi auf die dorfstrasse starren und löcher in die luft und mit den wellen zwiesprache halten.

Dienstag, 18. November 2014

Stille breitet sich aus

Meine Jobreisen habe ich für dieses Jahr weitgehend beendet. Ein kleines bisschen noch in den Osten fahren und in den Süden fahren.
Dazwischen entspanne ich auf der Insel und genieße die Stille.
Das Dörfchen ist nur zur Hälfte bewohnt und es findet sich kein einziger Tourist mehr hier.
So ruhig ist es hier, dass mir am Ankunftstag das Ohr pfeift.
Nun, am zweiten Tag, höre ich den Wind pfeiffen. Er ist das einzige Geräusch, neben dem sich kratzenden Hund.
Früh legt sich Schwärze in die Luft und abendlich stehen Rehe im Dunklen, kaum das wir vom mittäglichen Deichgang kommen.
Der kalte Wind treibt uns ins gewärmte Haus.
Ruhe und Kraft tanken.
Ich glaube das kommende Jahr wird so einige Prüfung bereit halten, so manchen Abschied auch ohne unsere Einwilligung, einleiten.

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Freitag, 31. Oktober 2014

werner & wilma

frühmorgends nimmt Wilma sich ein Herz.

Von der Seite sieht sie seine erstaunliche Silhouette und stupst ihn zart an.
„Du, Werner, … ich mag Dich…. sehr“.
So, denkt sie sich, nun ist es also raus. Kaum merklich neigt Werner den Kopf zu ihr. Sie gefällt ihm auch, aber so einfach ist das leider nicht.
„Wilma, ich bin froh, dass Du meine Nachbarin bist, aber mehr geht nicht zwischen uns!“
„Gefalle ich Dir nicht?“ fragt Wilma sichtlich nervös, denn es war schwer genug, überhaupt bis hier her zu kommen. Normalerweise ist Werner tatsächlich ein schweigsamer Nachbar. Er redet eigentlich so gut wie nie und schaut am liebsten schweigend über die Felder. Nichtmal ein kleines Seufzen ist von ihm zu hören, wenn die Oktobersonne den Boden wärmt. Und dennoch findet Wilma ihn unwiderstehlich. Er ist ein großer, starker Kerl, das mag sie. Und seine Ernsthaftigkeit.
„Hör mal Wilma!“ Werner überlegt hin und her, wie er es ihr beibringen soll. „Du bist wirklich eine ganz fesche, appetitliche, süße Kleine!“
„Dann bin ich jetzt mal auf Dein Aber gespannt“ antwortet Wilma enttäuscht und gereizt. Warum sagt er nicht frank und frei, dass er entweder an ihr nicht interessiert ist. Oder vielleicht ist er vollkommen unempfänglich für Gefühle jeder Art?
Verdammt, denkt sich Werner, wieso bringt sie mich so in Verlegenheit… und er setzt erneut an.
„Also Wilma, was soll das Gesäusel. Wir leben hier nebeneinander…Ja. Und Du gefällst mir auch“… verdammt, denkt sich Werner, soweit waren wir schon.
„Ja? Aber?“ fragt Wilma.
„Ja? Aber???“ poltert Werner los. „Was soll das Liebesgedöns, wenn wir doch alle sowieso dem Untergang geweiht sind“
„Dem Untergang geweiht?“ Jetzt ist es Wilma die fassungslos ist und Empörung in sich aufsteigen fühlt. „Dem Untergang geweiht? Jessas Werner, da habe ich dich aber überschätzt. Du meinst, nur weil wir sterblich sind, wie alle auf der Welt, lohnte sich die Liebe nicht? Und weil morgen vielleicht die Welt schon untergeht, lohnte sich die Liebe nicht?“
„Ach Wilma, bist Du blind? Ja siehst Du denn nicht, wo wir leben? Und wohin das alles führt? Unser Sommer hat kaum angefangen, da ist der Winter schon da. Und eh wir es uns versehen, wird man uns die Köpfe abschlagen und dann können wir unsere Liebe in der Hölle von Heins Schmortopf besiegeln!“
Werner war nun richtig sauer und verzweifelt. Zu gern wäre er wild und frei geboren worden, aber das Schicksal hatte es nicht gut mit ihm gemeint. Und mit der schönen Wilma auch nicht. Er hätte heulen können vor Wut, aber das Weinen war ihm noch nie gegeben gewesen.
„Ja“ sagt Wilma leise. „Ich habe auch schon davon gehört. Ich weiß, dass wir nicht frei sind und niemals Nachkommen haben werden. Falls das wirklich alles stimmt. Aber hey….“ zart lehnt sie sich an ihn an….“ist doch egal. Ich mag Dich und bin froh, Dich zu kennen. Auch wenn unsere gemeinsame Zeit begrenzt ist. Sei kein Wirsing Du oller Dickkopp!“
Werner lehnt sich ein kleines bisschen zu ihrer Seite hin. Er findet sie hinreissend und treibt eine kleine Wurzel aus, die er unterirdisch zu ihr rüber schiebt.


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Freitag, 12. September 2014

Am Ende bin ich dann doch ganz brutal...

… mit dem Staubsauger durch die ganze Bude und habe nach vier Wochen, dann doch noch die ganzen Schnaken und Spinnen, nebst ihren avisierten Nachwüchsen in den Staubsauer gejagt. Neee…. Ich ess ja kaum Fleisch. Wegen des Ekels und des Karmas (von dem ich eh nicht überzeugt bin). Auch die Kreuzspinnen, die Kellerasseln und eben Spinnen nebst Schnaken durften hier übersommern. Vom Besuch ganz zu schweigen. Aber am Ende dachte ich, dass ich zurück kommen möchte, in ein freies Haus. Eines, das nur uns gehört.
Vermutlich werden sie – während ich jetzt wieder im bergigen Teuto meine Schühchen und Kostümchen für die nächsten Reisen zusammen suche – eh im Staubsauger weiter leben und mich freudig vermehrt im – oder über den Staubsager hinaus – Häuschen erwarten.
Lange Sätze schreiben darf ich endlich wieder, seitdem mir Frau Punctum den Herrn Sommer geschickt hat. Sein erster Satz ging über viele Seiten und ich bekenne mich jetzt wieder mit Freuden zu Bandwurmsätzen.
Mit der ein oder anderen Freundin werde ich es genau so halten wie mit den Spinnen und Schnaken, nur werde ich mich nicht in Bandwurmsätzen darüber ergehen. Ich werde nur einfach keine Plätze mehr anbieten. Werde keine Räume mehr zur Verfügung stellen, wenn man es jahrelang nicht schafft, zwar all meine Nachfragen zur Befindlichkeit gerne auszubreiten, aber über Jahre nicht mal nach meiner fragt. Werde nicht mehr Freundlichkeiten und Interesse verschenken, wo diese nur zum Eigennutz geschätzt werden, aber ohne gleiche Währung zurück gezahlt werden.
Ich bin ja eh ein Fan von Beziehungsökonomie. Gute Freundschaften haben ein ausgeglichenes Konto. Der Rest ist sich selbst und anderen in die Tasche gelogen. Und in der Tasche des Staubsaugers sitzen nun alle munter beisammen. Die Spinnen und Schnaken wissen dies. Die anderen noch nicht.
Ich darf das mal so sagen.... seit ich den neuen leitspruch meiner herzlieben freundin d. aus g. übernehme:
vorsicht.
die frau ist bissig.
der hund ist harmlos.

Sonntag, 7. September 2014

Notizen aus der Provinz

Heute habe ich im Dorf ein Hängebauchschwein entdeckt. Das ist fein. Es ergänzt Esel, Ziegen, 1001 Meerschweinchen (wegen der Kids), hasenraubende Katzen, brave Hunde, 5 alleinerziehende Rehmütter + 9 Kids-Kitze, 3 Böcke, ungezählte Fasane und Rebhühner. Besonders Fasane und Rebhühner im Jugendlichenalter – also frisch geschlüpft und bereits in der Vorbereitung auf die kommende Saison.
So wie Thorsten und Sven, die sich noch nicht darüber einigen können, ob sie nächsten Frühjahr, wenn sie also dann endlich 13 und 14 werden, lieber versuchen wollen, Touristinnen zu küssen oder doch lieber Treckerfahren üben.
…..
Das alternde Möchtegernwindhundfräulein ist fast zum Selbstversorger mutiert. Sie findet morgens Teile von Kaninchen, mittags Fischköppe und Gräten, abends nascht sie an Miesmuscheln. Und auch ihr Herbst ist angebrochen. In der Leiste wächst ein Fettgeschwulst, gelegentlich humpelt sie, aber für eine Schlägerei mit der Nachbarskatze ist sie immer noch zu haben.

sv
Nein!!!! Sie war es nicht. Sie hat es gefunden.

…..
Der Mann ist zwar arbeitslos…. aber eigentlich ist er arbeitsfrei. Er lässt die Haare wachsen und trägt eine Mischung aus weiß, grau, sonnenblond, schwarz und kaminroten Strähnen. Vor allem aber blitzen seine Augen wieder so blau wie der Himmel über der Insel. Dies wiederum ist schon lange her und ich bin ein bisschen fassungslos, wie sehr die Abwesenheit von Pflicht und american context, seine Person erneut zum Vorschein bringen.
Die kaminroten Strähnen hängen mit dem Bullerbühäuschen zusammen, aber das ist eine andere Geschichte, die gesondert bebildert werden wird. (Falls es meine Zeit zulässt.... denn demnächst..... viel Köfferchen und Schühchen und Kostümierungen)
…..
Das was uns hier so hält, ist die vollkommene Abwesenheit von Geräusch und Reiz. Felder sind Felder, Meer ist Meer und Ruhe ist Ruhe. Glücklicherweise sind auch Plappermäuler hier rar (Touristen ausgenommen). Ich habe mich mit dem Jäger im Dorf ein bisschen angefreundet (=trifft man sich zufällig, klönt man bissi über die bekloppte Welt und ergeht sich in Dialogen über Wild und über jagdliche Hunde) und treffe gelegentlich Ausserirdische.



Sie sind groß und haben merkwürdig stabile Instabilitäten. Manch einer behauptet, es seien Boviste.... aber ich weiß es besser: Es sind Außerirdische.

Freitag, 5. September 2014

Burnout

Ich glaube, sie ist ausgebrannt.
Ich habe es kommen sehen und kann das beurteilen, denn ich bin ja vom Fach.
All ihre Kraft hat sie in den letzten fünf Monaten hier auf der Insel verbraten. Unermüdlich ist sie wahnsinnig früh aufgestanden und wahnsinnig spät ins Bett gegangen. In ihren besten Zeiten war sie nur vier Stunden ausruhen. Unglaublich, was sie geleistet hat.
Raps, Weizen, Gerste, Roggen, Erdbeeren, Kirschen, Himbeeren, Rehkitze, Fasaneneier und Perlhühner hervorgebracht. Ganz nebenbei Terroristen gebräunt und Fahrradverleiher glücklich gemacht. Ebenso Strandkorbvermieter, Ferienhausvermieter und Kutterbesitzer ihren Winterspeck verdienen lassen. Nun ist sie ausgebrannt.
Vor einigen Wochen ist der Herbst ihr zur Seite gesprungen und hat Frau Sonne eine Zwangspause verabreicht. Da war das Wehklagen groß – auch meines. Und schon hat die Gute sich wieder aufgerappelt, den kleinen Herbst zur Seite geschoben und noch mal alles für die Brombeeren und Birnen getan, die Kitze bescheint und ihren wirklich guten Willen – selbst für die Badegäste – gezeigt.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass sie nun definitiv ausgebrannt ist. Der Herbst ist gereift und steht ihr nun sanftmütiger zur Seite als noch vor einigen Wochen. Leise schickt er sie etwas früher ins Bett und auf Zehenspitzen läuft er früh morgens durchs Firmament, so dass sie ein bisschen länger schlafen kann.
Pssst…. auch dass sie tagsüber mit leiserem Licht erscheint, wollen wir nicht laut aussprechen. Wir streichen in ihrer Mittags“hitze“ unser Gartenhäuschen und tun so, als ob alles wie immer wäre.
Sie wäre sicher gekränkt, wenn wir die fünfundzwanzig Grad nicht immer noch als Sommer bezeichnen würden.
Vielleicht hat sie eine Chance, dem Burnout zu entkommen, wenn der Herr Herbst sie weiterhin so zart an die Hand nimmt.
Vielleicht gönnt sie sich ja auch einen kleinen Winterschlaf, irgendwann. Das wäre sicher ihre beste Chance, nicht komplett auszubrennen.
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Der Herr Ro meint, mir ginge es ähnlich wie der Sonne und ich sei auch ausgebrannt. Aber er irrt, er ist ja auch nicht vom Fach. Zugegeben, ich schlafe hier vielmehr als sonst und bin meistens müde und schlapp. Aber ich freue mich auf die erneute Reiserei der nächsten Wochen und Monate. Einzig….in einem klitzekleinen Moment ist etwas merkwürdiges passiert:
Im Postkasten fand ich den Katalog der ortsansässigen Volkshochschule, den ich beim späten Frühstück durchblätterte. Und plötzlich entstand – ganz gegen meinen Willen – vor mir ein wunderbarer Möglichkeitsfilm: montags-Töpferkurs, dienstags-Salsakurs, mittwochs-Plattdeutsch lernen, donnerstags-Yoga, freitags-veganes Kochen…. Jeden Tag einen Kurs nach meinem Geschmack. Täglicher Müßiggang in einem Fach meiner Wahl. Lernen statt Lehren. Dazwischen Hundespatziergänge am Meer.
Aber ich bin nicht ausgebrannt, ich lodere noch.

Freitag, 8. August 2014

Ausgewildert

Vor drei Tagen haben wir uns ausgewildert.
Lederschuhe gegen Flipflops, Röcke gegen kurze Hosen, Blusen gegen T-shirt getauscht, das Hundefräulein eingepackt und mit Hänger und tausend Werkzeugen auf die Insel geflohen.
Hier ist der Möchtegernwindhund Selbstversorger. Beim frühen Spazieren hat sich das Fräulein drei Mäuse und einen bereits verstorbenen Hasen einverleibt und liegt anschließend auf den kühlen Fliesen des Badezimmer.
Der Mann hat das Bullerbühäuschen in Angriff genommen, denn es ist in einem schlimmen Zustand.
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Kurz haben wir über Sterbehilfe nachgedacht und uns dann doch für einige Operationen und Pflege entschlossen.
Des Gatten Haare wachsen und blondieren in der Sonne.
Täglich besuchen uns Jannis und Nick. Sie sind neun Jahre alt, beste Kumpel und streiten den ganzen Tag darüber, wer im größeren Haus wohnt, wer mehr über Traktoren weiß, wer den besseren Salto macht und wer der bessere Kerl ist.
Nick findet er sei in allem besser.
Janis findet das nicht. Nick sagt, Janis sei dumm. Ich sage, Janis sei aber besonders nett.
Nick: „pah…. Nett sein ist total dumm. Ich bin lieber nicht nett. Gar nicht nett. Ich habe meinen Cousin verprügelt, ha…. der rennt immer noch irgendwo herum und ist auf der Flucht.“
Janis: „Du wolltest ja auch den kleinen Touri verprügeln..“
Nick: „klar!!!! Der Idiot hat mir dreimal einen Stein an den Kopf geworfen und mich provoziert. Pah… der hat einen Headshot verdient“
Janis: „…aber der Bauer Lürsen hat gesagt, wenn wir den Touris was machen, dann dürfen wir nicht mehr in die Spielscheune…“
Nick: „… und …. Ist das ein Problem????“
Janis: „hm…. Ja schon, denn dann darf mein Vater auch nicht mehr bei der Ernte helfen und dann darf ich nicht mehr Trecker fahren. Das ist dann ein großes Problem“
Ich mag den kleinen Janis, der zwar in der Schule als dumm gilt, aber eigentlich so ein kluger kleiner Kerl ist, der nun auch kräftig damit angeben darf, dass er der Freund vom kauzigen Fräulein ist.

Donnerstag, 22. Mai 2014

Mit Hund hat man ganz fix ein Satellitenkind....

... und es stellt viele Fragen:
Beißt der mich?
Wieso will der Hasen fressen?
Oder:
"Wo wohnst du, wenn du nicht hier bist?"
Ro: "in der Puddingstadt und im Maindörfli und eh sonst überall im Hotel"
"Ist das weit weg?"
Ro:" naja so vier Stunden nach Süden"
"Ah..... also hinter der Brücke?!"
Äh ja.... hinter der Brücke

und überhaupt....

Hunde, sind unsere Verbindung zum Paradies. Mit einem Hund an einem herrlichen Nachmittag an einem Hang zu sitzen kommt dem Garten Eden gleich, wo Nichtstun nicht Langweile war - sondern Frieden. (Milan Kundera)

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