Sonntag, 15. März 2009

natürlich werden die bildschirme....

niemals schwarz bleiben.
egal, ob hundertschaften aus fliegern fallen, zwanzig im amok bleiben, tausendschaften dem alter erliegen oder irgendwer in irgendeinem casting weiter kommt.
aber das wollte ich sowieso nicht weiter vertiefen. vielmehr liegt mir am herzen, dass gute spaghetti bolognese neben mit dem wiegemesser gemetzelten rindfleisch vor allem etwas karotte, kaper, eine winzigkeit sardelle und zitrone benötigen.
und eigentlich ist das in zeiten des schnellfrasses auch wurscht.
vor meinem haus im maindörfli steht die skulptur eines bildhauernden meisters, der einmal durchaus einen gewissen namen hatte im kleinen mainhatten. ob es wegen seiner kunst war oder weil er einfach mit dem zeitadäquaten parteibuch ausgestattet war, mit den richtigen leuten bussischatzi machte und zur rechten zeit über die zentralen witze lachte.... man weiss es nicht.
tatsache ist, dass es den blogwart des viertels nervt, dass nur noch die hunde dran pinkeln und am wochenende die betrunkenen, an die skulptur. zugegeben.... das ist auf den ersten blick ärgerlich.
andererseits halten davor definitv keine japaner zum fotografieren, keine schlauen stadtführer mit jugendgruppen und auch sonst keiner.
vielleicht liegts auch einfach nur daran, dass wir alten anwohner uns dran gewöhnt haben und nur die pinkler noch neues daran entdecken können.

Donnerstag, 12. März 2009

als ich montag....

im hotel landete, in einem leeren kaff.... fand ich es gar nicht lustig.
schwäbische dorftristezza, die straßen hochgeklappt, die gasthöfe haben ruhetag, nur mal gut, dass mein kollegen ein lustiger ist und wir dennoch spass haben.
dienstag süper, nette truppe, ich rufe abends den cousin an, der umme ecke wohnt, damit ich ihn ggfs. besuchen kann - falls ich mich vom bespassen wegschleichen kann.
dann kommt der amoklauf dazwischen.
ein teilnehmer geht in der kaffepause gern ins auto - zum nachrichten hören - kehrt zurück und meint, das ein amokläufer unterwegs sei, der gerade an einer winnender schule viele unschuldige kinder erschossen hat.
mein herz macht einen holperer, denn die töchter meines cousins.... und so weiter....
ich telefoniere, erfolglos.... kollege übernimmt seminar.
internethandies halten uns auf dem laufenden.
gegen 14 uhr zeigt sich, dass die töchter meines cousins überleben durften. andere hatten kein glück.
das macht sprachlos - die vorstellung, dass man morgens seiner kleinen ein küsschen vor der schule auf die nase drückt, und dass man abends keine kleine mehr hat.
das macht so sprachlos..... das mir heute im seminar zum thema "streßbewältigung" ausgerechnet über den tag hinweg die stimme abhanden kommt.
die teilnehmer finden es amüsant - ich kann grad auch wieder drüber lachen - auch wenn es ein stimmloses kichern ist.
so langsam gehen auch die ohren zu..... vielleicht habe ich in den nachrichten zu viel blödes politgequatsche gehört. habe ich also kluge ohren..... wenn die sich jetzt auch verabschieden.
ich mag es nicht mehr hören..... dieses saublöde journalistengequatsche, die nach formulierungen suchen, wo man doch stille sein könnte. da reden und schreiben sie von "schreiender stille", weil sie glauben, das der leser das braucht.
diese ganzen experten und von journalisten befragten experten, diese politiker.... die sich nun alle fragen..... warum.
und eigentlich wollen sie eine schlichte antwort.... nicht für das "warum" sondern für die frage nach der schuld.
sicher sind es die eltern. klar. die sind es ja immer.
und sicher sind es die computerspiele. die sind es ja auch immer.
und natürlich das internet.... das ist es ja auch immer.
und natürlich, wenn jugendliche keine eltern hätten, keine ballerspiele, keine schützenvereine und keine computer...
ne klar.... dann liefe ja auch keiner amok.
statt all diesen dummen gequatsches könnte man doch mal einen tag die bildschirme in ruhe und schwärze tauchen, anstatt immer wieder gierig nach einfachen lösungen für unfassbare sachverhalte zu suchen.
ich sollte die augen jetzt auch zu machen.

Sonntag, 8. März 2009

köfferchen packen....

.... die kostümchen sortieren,
frl. hund weg bringen,
copyshop beehren,
technik einpacken,
spielzeug mitnehmen,
gebetchen sprechen,
frisur richten,
plakate malen,
essen brav zurück gehen lassen,
mit den neuen zähnchen heftig strahlen.....
....
bin dann mal wieder unterwegs :-)

Freitag, 6. März 2009

tagesbilanz....

....
zwei neue plomben, ein viertel weniger zahnstein.
eine gefressene maus, ein geretteter maulwurf, damwild beobachtet.
im schildaer "la strada" einen wunderbaren abend mit den freundinnen verbracht und vor lauter ratschen den notarzt übersehen, der samt mannschaft ins lokal stürzte, um erfolgreich leben zu retten.
ein kleines licht von general motors - sprich: der europachef - spricht mit ministern. soviel zum thema hierarchie und zur frage: wer ist der richtige gesprächspartner für wen. derweil sitzen global manager unbehelligt von deutschen ministern in ihren büros und vollziehen globalisierung mithilfe von steuergeldern derer, die sie bald entlassen werden damit aktieninhaber eine dividende kriegen.
geiz ist geil - war gestern.
gier ist geil - ist gesellschaftsfähig.
das stimmvieh machts mit.
in schilda ist nieselnebel und morgen habe ich den letzten zahnarzttermin.
oder wie der andalusier abergläubischerweise sagen würde: den pen-ultima-termin.

Mittwoch, 4. März 2009

abends in deutschland....

treffen wir uns.
herr rosmarin nach businessterminen und frau rosmarin nach "ich-habe-die-woche-frei".
letzteres bedeutet zum beispiel, dass freiberufler von fünf freien tagen, vier zum zahnarzt laufen.
dafür mu(nd)tiert meine baustelle wieder zu einem mund.
wir trinken einen café, nur kurz, weil wir beide nochmal an den pc müssen. er zum mailen, ich fürs finanzamt.
aber dann ratschen wir uns fest und versuchen die welt zu retten.
wir parlieren über die globale situation,
prüfen, wohin die abschaffung von zahlungsmitteln führen könnte,
überlegen ob anarchismus zwangsweise zu autokratie führen muss,
ergeben uns den prinzipien von entropie und versklavung,
fragen uns, wann genau und wieso eigentlich die soziale marktwirtschaft ins heuschrecken- bzw. insektenstadium entwickelt wurde,
streiten über kronen von schöpfung,
und gehen erschöpft zurück an den pc.
die welt jedenfalls, haben wir nicht retten können.

Sonntag, 1. März 2009

vienna is... superfly….

um es mal modern zu sagen.
und tatsächlich, ob man im privaten auto sitzt, ob in der pension beim frühstück, ob im taxi oder im bus zum flughafen…..ewig läuft dieses herzige radiosenderl (sie sehen: ich hab meine sprache geändert).
oder.... um es mal anders zu sagen....
natürlich musste freud in wien - und nur da war es möglich - die seele erfinden, und sicher hat irgendwer anders berühmtes dort auch das herz erfunden.
denn nur dort, kann man von prinzen am flughafen erwartet werden.
und nur dort, kann man mit salukis um die geschichtsträchtigen bauten schleichen, während man schon von ihr haarscharf fixiert und zu recht erkannt wird, während siegerinnen fröhlich im warmen plaudern und neue schlüpfrigkeiten planen.
temperamentvolle allroundtalente stecken einem plötzlich verschmitzt selbstgemachte bücher entgegen und die ganze runde parliert, als ob sie das seit jahren wöchentlich täte.
lachsalven tönen rotengelig durchs alte wien, während am nebentisch ein paar missionarische preissn einfallen, piratengewandet und von datja sogleich als karnevalsmissonare erkannt.
der meister der wildnis legt seine herrliche huskidame zu füssen seiner liebsten ab und staunt gemeinsam mit dem meister nächtlicher wientouren, wie sehr die gnädigsten, die sich bislang nicht alle kannten munter drauf los ratschen, so schnell.... als ginge morgen die welt unter.
das wiederum - also, dass die welt morgen untergehen könnte - kann überhaupt nicht passieren, weil der herr k. mir vorher noch dieses zeigte...

jesuitenkosmos
quelle: http://www.steinbrener-dempf.com/jesuitenkosmos.html

wenn also jesuiten und moderne künstler sich derart verbinden, dann bin ich optimistisch.
und während die prinzen vor dem franz aus assisi das sitzen üben, schwadroniere ich missionarisch darüber, dass katholiken sowieso mehr spaß am leben haben, als die protestanten. aber das ist ein ganz anderes kapitel, das ein ganz anderes mal erzählt werden muss.
die genialsten radierer der statt sind leider unpässlich und lediglich, das weltbeste selbst zubereitete wiener schnitzel und die betrachtung der allerschönsten glücksillustrationen können darüber hinweg trösten.
da gäbe es noch viel mehr zu erzählen, von windigen donauinseln und malergeschäften, die gleich den wein mit verkaufen, von pfeffrigen schmuckstücken und hotels, die kautionen verlangen, von hauseigenen habibs, die regelmässig mit rosen auftauchen und von taxifahrern, die demnächst mit ihren eislaufenden töchtern zu eislaufschulungen in bankfurt einfallen.
....
aber eigentlich gibt es vor allem zwei dinge....
erstens....
DANKE WIEN.... für dich und deine begegnungen

cafe

und zweitens....
könnt ich bitte die wiener staatsbürgerschaft beantragen?????

ps: der rest sind sprachübungen....
wönnd a luiwuitötascherl wuist, wuist ach a vierundatfuzzich aeuro zoan

Montag, 23. Februar 2009

s'herzerl bummert....

ein bisserl schwer..... weil das fräulein jetzt wieder fünf tage woanders tobt
ein bisserl warm..... weil heut der frühling vorbei geschaut hat mit viel sonne und wärme, so dass ich die eskimojacke auszog
ein bisserl nervös..... weil fliegen nicht unbedingt zu meinen lieblingsveranstaltungen gehört
ein sehr bisserl freudig..... na wegen der netten wiener.... auf die ich mich so saumässig froi

conchita cintrón....

die ganze alte grande dame des stierkampfs ist im alter von 86 jahren verstorben.



ihre triumphe feierte sie in mexiko und lima, denn im frankistischen spanien, durften die frauen nur zu pferd, als rejoneadora kämpfen.
weil sie es nicht lassen konnte, hat heimlich auf ländlichen kleinen fiestas doch zu fuß gekämpft - allerdings nicht heimlich genug, um nicht von der guardia abgeführt zu werden.

Freitag, 20. Februar 2009

der tag rückt näher...

... und ich freu mich wie wild

und überhaupt....

Hunde, sind unsere Verbindung zum Paradies. Mit einem Hund an einem herrlichen Nachmittag an einem Hang zu sitzen kommt dem Garten Eden gleich, wo Nichtstun nicht Langweile war - sondern Frieden. (Milan Kundera)

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