Freitag, 24. April 2009

Schlaraffia….

habe ich lernen dürfen, ist eine kleine Insel für Männer, die mal Mensch sein möchten, drum sind Frauen, ebenso wie Gespräche über Religion und Politik verboten. Zwar bin ich eine Frau und kein Mitglied in diesem Verein, aber wäre ich ein Mann, würde ich sofort eintreten und mir ein einschlägig bekanntes, aber doch geheimes Zeichen ans Revers pinnen.
Es muss solche Tage geben, die schon gut anfangen, die gut verlaufen und an deren Ende wunderbare Erlebnisse stehen. Zum Beispiel, wenn man nach einem wirklich netten businessdinner froh gelaunt zu einem Treffen auf den Pflastersteinen der Fressgass’ hickelt und auf zwei Bekannte bzw. bislang Unbekannte trifft.



Es braucht nicht lange, um im Konstruktivistenfettnapf zu sitzen. Das macht mir aber nichts, denn in Fettnäpfen fühle ich mich ganz besonders wohl. Dafür erfahre ich von den Nonkonstruktivisten eine fulminante Einführung in die Welt der transzendenten und der imaginären Zahlen, die sich als Hilfen in klassischen Eulenformeln verbergen (ich weiß…. es sind die Eulerschen Formeln… krächz…. es war ein Sprachspiel) und erhalte sodann im Club Voltaire eine Einführung in die wunderbare Welt der Elektronik, die man zwar nicht sehen aber sichtbar machen kann und die bei aller konstruierender Hypothese, dennoch zu funktionieren scheint.
Wunder der Welt und Wunder der Baukastenwelt. Als Mädchen habe ich das leider völlig verpasst, dass es Elektrik-, Elektronik-, Optik- und Zauber-Baukästen gibt, dass es Hifi-Anlagen als Bastelkästen gab und man die wundervolle Welt der Megaherzen nur mit den Augen romantischer Informatik zu betrachten braucht, um der Welten Klang zu vernehmen.
Ich liebe es, belehrt zu werden über Universen, von denen ich absolut nichts verstehe. Die Herren werfen sich gelegentlich Stichworte der computertechnologischen Weltgeschichte zu, von denen ich noch nicht einmal etwas gehört habe. Ich mag das wirklich – Konstruktivismus hin oder her – und schon Stunden vorher, erfahre ich, dass mein Dinnermensch einmal wöchentlich im Sinkkasten abhottet. Da fällt es mir wieder ein: Von 16 bis 18 war ich im Club Voltaire unterwegs und es gibt ihn immer noch. Damals.... zu Zeiten der StartbahnWest-Demos und der Pershing-Demos und der Friedensdemos.... fand man sich dort ein, zählte die Opfer (Verhaftungen), rief Anwälte an und diskutierte auf dem Podium oder vor dem Podium. Von 16 bis 26 war ich im Sinkkasten unterwegs und es gibt ihn immer noch.
Damals ging man dort nach dem Schrecken der staatlich organisierten Blockadenauflösungen tanzen (sofern man nicht verhaftet war) und nach den schrecklich langweiligen Vorlesungen, in denen ich ernsthaft darüber nachdachte, Hutmacherin zu werden.

Was liegt also näher, als nachts um eins dann auch noch selbigen zu stürmen. Ehrlich gesagt wollten die beiden Bankfurter dort beim nächsten Mal einfallen, aber der wiener Besuch fand das absurd. Er hatte ja recht. In keiner Stadt kann man so schön Sterben wie in Wien, drum sollt man das nicht aufschieben, denn wer weiß, ob das nächste Mal ein nächstes Mal wird und auch in Andalusien verbaredet man sich ja immer nur zum vorletzten Mal, denn wer weiß, ob es nicht und so weiter und so weiter…
… und eben deshalb landeten wir sogleich dort und warfen die Jacken von uns, um uns allerlei alten Rhythmen anheim zu geben.
Glücklicherweise verließen wir diesen einzigartigen Ort, bevor man dort das Licht anknipste und ich wurde perfectly gentlemenlike nach Hause kutschiert mit der vollen Dröhnung der neuesten depeche mode auf den Ohren.
Besser geht’s eigentlich nicht.

Donnerstag, 23. April 2009

Zwickmühlenrätsel...

da lag das arme Häschen, im Gras vor der alten Oper.... ein Mann mit nem lahmen Labby hatte mich darauf hingewiesen.
Er hat sogleich des Fräuleins Hasenliebe richtig eingeschätzt und meinte, sein Labby würde nur gucken.
Das beste - war mir sofort klar - wäre, wenn das Fräulein einen beherzten Schnapper mit Schüttler machte und das Häschen hätte sein Leiden hinter sich.
Blöderweise schien die Sonne und die Innenstadt war voll heute Vormittag. Wenn auch nur einer sähe - so überlegte ich - was wir da tun, sähe das nicht nach Sterbehilfe sondern nach Wilderei und Hasenmord aus. Kleine Kinder würden brüllen, irgendwer die Polizei verständigen.
Aber soll das Häschen leiden?

Tagesrätsel: Hat sich Frau Rosmarin zugunsten der Peinlichkeit für Hasenleiden entschieden? Oder hat sie sich - aufs Publikum pfeifend - für Hasenerlösung entschieden?

Sonntag, 19. April 2009

on the road again....

das fräulein war bereits heute morgen on the road, bzw. auf der rennbahn, denn die hat heute die trainingssaison wieder eröffnet.
des fräuleins auftakt mit 33,3 sekunden für 460m war nicht so übel (wenn man mal davon absieht, dass sie auch im dritten jahr auf der bahn immer noch schreit wie ein affe und nach dem lauf stiften geht).

frl-flitz

meine wenigkeit schmeisst sich jetzt auch auf die bahn. die autobahn.
bis die tage :-)

Mäckie Messer ist tot…

Ich hab ihn so getauft, weil ich seinen Namen nicht kenne. Aber glauben kann ich noch nicht, was mir im frühen Morgennebel die Dame mit dem Barsoi sagte, nämlich dass Mäckie Messer tot sei.
Der alte Mann mit dem schwarzgefärbten langen Haar, das er zu einem Zopf gebunden trägt. Im Ohr hat er einen großen goldenen Ohrring und im Sommer trägt er bunte Jackets und sitzt mittags in der Pizzeria hier umme Ecke.
Morgens läuft er mit seinen zwei kleinen Hundchen, die zwölf und zwei Jahre alt sind, am Main. Er begleitet und begeistert die älteren Damen mit den Pudeln und den Cockern. Jedem ihm bekannten Hundepassanten erzählt er dann einen wirklich blöden Witz.
Im Sommer nötigt er mich, mit ihm einen Espresso in der Pizzeria zu trinken und dann erzählt er mir von seiner Karriere als Knastpsychologe.
Genau genommen hat er so einige Zeit im Knast verbringen dürfen, um sich genug Psychologie anzulesen. Und um Geschichten zu sammeln. Und mit denen erfreut er dann die die älteren Damen beim Spaziergang und in der Pizzeria.
Und wenn seine Witze die Damen zu sehr nerven, macht er Ihnen ein Kompliment oder streichelt ihre Hunde.
Sein junges Hündchen wohnt nun bei seiner kleinen Nichte, die so in etwa mein Alter haben dürfte. Sein älteres Hündchen wohnt nun bei der Dame mit dem siebzehnjährigen Pudel.
Aber glauben kann ich es nicht so recht. Er gehört zum sommerlichen Mainufer ebenso wie die bunten Gänse.

Samstag, 18. April 2009

Friendz

...

ich brauch das....

dieses dingens zwischen spannung und entspannung.
niemals könnte ich einen regelmässig anspannenden oder regelmässig entspannenden job machen.
jetzt habe ich erst mal fast drei wochen das entspannende schilda genossen.
zugegeben, dass osterei, das mir die stadt ins nestchen bzw. postkasterl schob, war wenig entspannend und sollte mich zwei schlaflose nächte kosten.
die stadt wollte exakt die steuern nochmal, die ich hier schonmal bezahlt habe. drauf gepackt hatten sie einen herben säumniszuschlag und wir sprechen hier über einen derben fünfstelligen betrag, der definitv nicht auf einem konto geparkt ist, das für doppelgierige städte angelegt wurde.
ganz im gegenteil.
zudem musste das neue ledersofa bezahlt werden, auf dem wir nach einem schluck sekt sogleich einschliefen.
zugegeben, mit dreissig hätte die einweihung eines neuen sofas ganz anders ausgesehen. aber da war man noch im aufbau von allem und jenem und noch nicht unter der spannung des haltens von allem und jenem.
na wurscht.
jetzt bin ich jedenfalls wieder im spannungsmodus und soeben im maindörfli gelandet.
ich liebe ja riten. drum erst frl.- möchtegernwind hier in der rehfreien zone mal wieder frei laufen lassen.
dann mal wieder mich bei weltbesten eltern verwöhnen lassen.
morgen dann: copyshop, material holen, blusen bügeln, koffer packen.
sonntag ist dann endlich nach langer winterpause die rennbahn zum antrainieren wieder offen. nach neuesten rechnungen schafft das für windfreunde viel zu kräftige fräulein doch 54km/h.... feix.
nach ein paar spannungsreichen jobtagen werde ich das tier wieder in die arme schließen und noch ein paar berufliche fresstermine in anspruch nehmen. dann gehts wieder für ein paar tage der entspannung in der rehreichen schildaprovinz entgegen.
jetzt fehlen eigentlich nur noch stiere und andalusien oder doch wenigstens südfrance, oder mushertraining in dänemark.
wie auch immer....
als mir auf dem weg von eltern zu mir ein mann entgegen kommt, der den hund anbellt, mich dann anlächelt mit "buona sera" und dann erneut den hund anwufft, .... da weiß ich dann doch wieder, wie bunt das leben sein kann.
derweil sitzt herr rosmarin mit helmut (sorry, aber diesen alten link suche ich jetzt nicht heraus) beisammen und versucht ihn vom selbstmord abzuhalten. halbstündlich erhalte ich anrufe, wie man sich denn jetzt verhalten solle....
ich drücke jetzt den beiden herren in der provinz einfach mal die daumen und lasse mich dann ein andermal darüber aus.
sofern helmut überlebt. andernfalls halte ich die klappe.
by the way.... kennt eigentlich noch jemand jacques tati???

Donnerstag, 16. April 2009

Eigentlich finden Todesfälle doppelt statt.

Der erste Tod ist der, wenn das Herz zu schlagen aufhört.
Dann rennt die Familie zusammen, jammert, brüllt und wehklagt, organisiert und streitet über Blumenschmuck und die Kosten des Leichenschmauses. Alle sehen verheult aus, grau und dann beim vorletzten Schnaps wird es warm, denn die Überlebenden erkennen den Wert des Lebens, ihres Lebens. Es wird magisch und man umarmt sich und herzt sich und wenn dann alle wieder in ihr Leben zurückkehren, geht dennoch der Alltag nicht wirklich weiter.
Er holpert und schlingert und stürzt, weil die Innen- und die Außenzeit nicht zueinander passen wollen, weil unvermittelt Tränen herab laufen, weil die Lücke unüberwindbar groß ist.
In Folge scheint der Alltag zurück zu kommen. Innen und Außen kriegen wieder etwas miteinander zu tun, fast kehrt Normalität ein, die Tränen sind versiegt, die Lücke mit Efeu bepflanzt, das Leben scheint weiter zu gehen.
Und dann geschieht das zweite Sterben, ganz anders als das erste. Die Überlebenden haben die Hälfte ihrer selbst mit ins Grab der Nonnina gekippt und fallen nicht in Gräber, aber in derbe Löcher. Die italienische Zia zuerst mit entzündetem Finger im Krankenhaus. Die weltbeste Mutter mit entzündetem Bein im Krankenhaus, die schwäbische Tante mit übelstem Bluthochdruck im Krankenhaus und weltbester Vater mit Gichtanfall und Magenkrämpfen kurz vor der Einweisung.
Man muss die Psychologie nicht lieben, um zu erkennen, dass diese Entzündungen eigentlich wunde Herzen sind.
Das Schlimmste daran ist, wie normal so etwas eigentlich ist und wie unnormal es in dieser Zeit erscheint.
Wäre es nicht angemessen, Trauernden die Zeit zu geben, wirklich mal ein Jahr kürzer zu treten? Und wäre es nicht angemessen, dass sich die Trauernden dies auch selbst zugestehen, anstatt wie aufgezogene Batteriehasen wieder loszurennen, mit Tapferkeitsmedaillen um den Hals, auf denen geschrieben steht „es geht schon“?
Wäre es nicht angemessen, den Toten eine Kerze noch lange, lange anzuzünden, ihnen einen Stuhl an den Tisch zu stellen, mit ihrem Foto täglich Zwiesprache zu halten und jedem Idioten, der irrelevanten Mist wie etwa Treppenhausreinigung von einem verlangt, wortlos die Tür vor der Nase zuzuschlagen?
„Schneller-Weiter-Besser“-Mentalitäten kommen mir albern und pubertär vor.
La Nonnina war eine Frau, mit der ich wenig Gemeinsamkeiten habe, wenn man einmal davon absieht, dass ich streckenweise bei ihr damals in Santa Croce aufwuchs. Aber sie war ein Teil auch meines Lebens und sie fehlt. Und wie sehr, muss sie erst ihren Töchtern und Schwiegersöhnen fehlen?
Zeit heilt keine Wunden.
Jetzt haben wir eine Zeit, in der die Wunde erst spürbar wird. Und in einigen Jahren, wird sie weniger scharf brennen aber immer noch da sein. So wie die Wunden für all die zuvor Verlorenen auch.
Liebe heißt wohl, dass man nicht vergessen kann.
Gut so.

Dienstag, 14. April 2009

die dicksten spatzen der gegend...

wohnen bei der nachbarin.
die kippt täglich je zwei - einen vormittags und einen nachmittags - teller brotkrümel aufs pflaster.
die 12 spatzen müssen eine großfamilie sein und hocken den ganzen tag auf dem baum, während sich drunter die fette katze sonnt.
zweimal am tag holt die nachbarin die katze ins haus und dann gibts die brotkrümel.
jedenfalls sind die spatzen fetter als die anderswo.
die katze auch.
und nachts rennt sie den garten herunter, eine schreiende maus im maul und ich bin froh, dass das möchtegernwindfräulein, das nicht mitbekommt.
sie schläft den arbeiterschlaf, denn morgens um acht waren wir mit neuen x-geschirr zum mushertraining.
das x-geschirr ist jetzt bei der sattlerin einer reitenden freundin, weil das windige tier den brustkorb halt doch höher hat als andere, für die diese geschirre gemacht werden.
derzeit üben wir das langsame anziehen des scooters.
eine echte herausforderung für das möchtegernwindige viech, das am liebsten mit buckel gleich lossprintet.
links und rechts.... klappt auch so langsam.
naja... was soll uns dieser völlig sinnlose text eigentlich sagen?
ehrlich gesagt, weiss ich das selber nicht.
da ich noch arbeitspause habe, bin ich im beobachtungsmodus. vergnüge mich mit bekannten und unbekannten menschen, versuche im garten zu wirteln und bereite mich innerlich darauf vor, in einigen tagen wieder hochhackige schuhe und kostümchen zu tragen und so zu tun, als hätte ich nicht die letzen wochen, das leben eines bauern gelebt.
die haare sind von der sonne schon blondiert und mein hirn offenbar auch.
dafür aber gehts dem rücken grad besser.
oberflächlich betrachtet, denn das ziehen im bein lässt mich rätseln, ob nicht doch so eine klitzekleine bandscheibe evtl....?
nein, sicher nicht.

Freitag, 10. April 2009

out of order....

vorgestern, das war einfach nicht mein tag.
vielleicht hätte ich besser bremsen sollen.
jedenfalls durfte ich den abend im krankenhaus verbringen und erstmalig im leben ist mir ein gefühl von alt-werden durchs hirn geschossen.
ich bin zum krank oder gar unbeweglich-sein einfach nicht gemacht.
vielleicht hätte ich wirklich besser bremsen sollen.
aber wann ?
da es mir immer ziemlich wichtig ist, einen guten eindruck zu hinterlassen, bin ich ungebremst in eine bückbewegung zwecks hundehäufchen-beseitigung.
und dann stand ich da, mit gefühlt durchgebrochener wirbelsäule und kam nicht mehr hoch.
ich bin ja schon beruhigt seit ich weiss, dass der befürchtete bandscheibenvorfall ein einfacher hexenschuss ist.
also lächelte ich der ärztin ins gesicht und seitdem bin ich im beweglichkeitstraining.
ich bin wie gesagt, zum kranksein einfach nicht gemacht. keine lust, mich dem maroden rücken zu beugen.
aufrechter gang war mir schon immer wichtig.
blöderweise hatte ich am nächsten tag mit einem üblen darmvirus und krämpfen und pipapo zu kämpfen.
mir war zum sterben elend, aber ich bin einfach zum.... sagte ich schon.
drum also schmerzpillen rein, hundspaziergänge, ein glas chardonnay in der mittagssonne, während ich mir nase und dekolltee verbrenne und aufs wasser schaue....
das leben und der rücken sind schon fast wieder in ordnung.
moral von der geschicht?
hundehäufchen wegmachen ist deutlich gefährlicher als scoootern.
:-)

Sonntag, 5. April 2009

wild thing...

zugegeben, man sieht nicht wirklich viel auf dem video von des fräuleins erstem dogscooter-versuch, mit reiter melvin, alias speedy gonzales



und überhaupt lässt sich das feeling schwer beschreiben. auf der rennbahn schafft sie also 54 km/h, mit scooter noch nicht soviel und ehrlich gesagt, möchte ich das auch nicht erleben.
jedenfalls nicht, solang ich keinen helm habe und das fräulein die kommandos für links und rechts noch nicht beherrscht. glücklicherweise kann sie das stop-kommando und glücklicherweise sprang auch kein reh auf.

dogros

und überhaupt....

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