Sonntag, 18. Januar 2009

on the road again.... bye bye

zwei kleine häufchen häutchen…..

liegen in ihren betten als ich ihr zimmer betrete. oma und ilse waren die letzten sieben jahre eng befreundet und besuchten sich fast täglich. als ilse dann schwächelte, gab oma auch auf und beide fanden sich etwas zeitversetzt im pflegeheim wieder, weil es weder jeweils alleine noch zusammen ging. beide konnten gemeinsam ein zimmer beziehen und sich gegenseitig helfen und abends vor dem einschlafen noch etwas schwatzen. aber das ist nicht mehr so. sie schwatzen nicht mehr und keine kann mehr alleine auf den dünnen beinchen stehen.
seit knapp zwei jahren, kommt die familie immer wieder zusammen, weil es ans sterben geht. aber sterben ist bei manchen menschen ebenso schwer, wie das leben, das sie hatten.
ich laufe mittags los, weil ich es meiner mutter versprochen hatte und weil es klar ist, dass es jedes mal das letzte mal sein könnte, wenn ich hingehe.
ich hab mich ängstlich gefühlt, weil mein nervenkostüm grad eh nicht so strotzt vor kraft und während ich zum pflegeheim laufe, kommt es mir zu bewusstsein, dass dies wahrscheinlich mein letzter gang dorthin ist. der zeh ist ja schon tot und der arzt, der gott sei dank italienisch mit ihr sprechen kann, schüttelt den kopf und murmelt was von diesem winter.
die vorstellung, zum letzten mal dort hin zu gehen, wo ich alle viertel jahr hingehe und meine mutter täglich, ist schrecklich.
meine halbe italienische kindheit in der nähe von pisa fällt mir ein. diese frau, die nicht so sichtbar war wie ihr mann, aber deren kraftvolle stimme und deren draller nudelgefüllter leib mir vor augen und ohren kommt. ihr lachen und ihr fiat500 in dem wir sonntags nach livorno oder nach empoli fuhren, zum kurkonzert.
als ich vor zwanzig jahren meine familientherapeutische ausbildung begann, gab es damals das konzept des „uneindeutigen abschieds“ für familien mit alzheimerkranken. es bezog sich auf die schwierigkeit der angehörigen, weil der kranke noch da, aber eben nicht mehr da ist. das fällt mir wieder ein auf meinem gang.
sie ist schon lange nicht mehr im leben. aber am leben ist sie noch.
ich bitte auf meinem gang dafür, dass sie zum letzten mal einschlafen kann.
und als ich ihr zimmer betrete, liegt sie da und schläft und hat warme hände. der herzschrittmacher tut seinen dienst aber sie wacht nicht auf, als ich ihre hand nehme und streichle. ich traue mich das kaum, denn das händchen ist klitzeklein und so zart.
sie ist ein filigranes restkörperchen geworden. etwas haut auf knochen, durchzogen von blauen adern und sie träumt und atmet. ich wünsche mir, sie könnte ewig bleiben und wünsche mir, sie könnte gehen.

Mittwoch, 14. Januar 2009

das fichtekränzi…..

ist ein frankfurter äppelwoilokal, in dem es nicht nur gute braten, grüne sosse und prima äppler gibt. nein, eigentlich ist es der nabel der welt. nur dort kann es passieren, dass ein wiener, eine frankfurterin und ein düsseldorfer zusammen sitzen und zum großen erstaunen des anwesenden kronbergers eine ganz zentrale gemeinsamkeit herausarbeiten:
alle wohnten schon einmal in lörrach.
ja genau.
man kennt sich zwar nicht, aber man tauscht geheime zutaten fürs tartar aus (düdorf schwor auf ein glässchen cognac zum drunter mischen) und erzählt sich die lebensgeschichten im schnelldurchlauf.
die beiden herren aus kronberg und düsseldorf sind stammgäste. typisch frankfurterisch begrüsst man sich, indem man sich erst mal anraunzt…. „heut benimmstedischehma“…. „ach geh fodd“…..“aber ned singe heut“….man summt ein bisserl schubert, intoniert den gefangenenchor und fragt sich, wer eigentlich udo jürgens ist. nun, dessen bruder lebte im haus meiner eltern damals und heute wohnt dort der herr, dem die vielen schiffe auf dem main gehören. aber das ist ein geheimnis, das zwar ausgiebig besprochen wurde, jedoch ungelüftet blieb.
lüftig hingegen ist die raucherzone vor der tür, wo sich nichtrauchende kavaliere mit rauchenden bankern und aufs klo hopsenden bankerinnen scherze hin und her werfen und einige rauchen auch brav im extra aufgestellten zelt und aschen in den becher.
das sind so abende, wo das halbe universum sich auf’s fichtekränzi fokussiert und großartiges vonstatten gelacht wird.
der alteingessessene frankfurter hat seinen eigenen bembel samt individuell gestaltetem dach fürs glas ("arbeit für alle"), damit die wespen nicht reinfliegen. die herren düsseldorf und kronberg, die gelegentlich für ein altes päärchen gehalten werden wo doch beide anständig verwitwet sind, haben auch ihren eigenen bembel dabei. jener wird sofort mit für auswärtige ungenießbaren äppler befüllt. „es kütt wie es kütt“ steht auf dem bembel und das ist wahrhaftig nicht der eingeborenen-dialekt. da kann es schon passieren, dass nur so – als kleines feldexperiment – der wiener seinen job wechselt, zum nachfahren sigmund freuds wird (was ja nahe liegt) und alles jetzt erst recht die schauergeschichten auspackt.
in der roten bar zwitschern vögel auf dem klo, aber das ist ein anderes kapitel und kann nur unter einnahme von maitai berichtet werden.

Staublogging

..... Ist muehsam aber vertreibt die Zeit.
Innenstadt ist abgeriegelt weil froehlich demonstriert wird und ich versuche seit zwei Stunden nach Hause zu kommen.
Kotz!

Donnerstag, 8. Januar 2009

2 wirklich freundliche russische herren...

...aus unserem freundeskreis haben sich heute liebevoll um mein auto gekümmert. zunächst hatte ich meine autoschlüssel im teutoburger tief verschneiten wald verloren. auch die zweistündige suche nach dem teil im schnee war ergebnislos und also stand es dort zwei tage herum. meine sonst stets anwesenden schutzengerl waren in den skiurlaub abgedüst und natürlich sprang also die karre, nachdem aus bankfurt ersatzschlüssel im whorp-tempo geschickt worden waren, nicht an.
überbrückungskabel halfen nicht, also wurde die karre nach hause geschleppt. dort fragte mich piotr, ob ich wirklich sicher sei, dass ich keinen code im schlüssel habe. „jaaaaaaaaaaaa“ dieser alte schlitten zum hund transportieren hat doch so was neumodisches nicht.
also haben die zwei freundlichen russischen herren zunächst noch mal die batterie überprüft. dann mit fön und gasstrahler mein auto aufgetaut. die zündkerzen waren in ordnung und auch die aufgetaute benzinpumpe tat ihre arbeit. nur anspringen wollte der hundeschlitten nicht. gegen abend konnte herr rosmarin mein gejammer nicht mehr hören und die hilflosen russen wussten auch nicht weiter und so rief man beim hersteller an.
unnötig zu erwähnen, dass jetzt ein neuer autoschlüssel samt hoffentlich korrektem code unterwegs ist, damit ich mich dann montag wieder gen bankfurt stürzen kann, das businessauto holen und mich munter ins berufsleben begebe.
ich stelle fest: der hundetransporter lebt. anders kann ich mir seine bockigkeit nicht erklären (schlüsselcode hin oder her), der macht einfach, wie meine laune es will.
ich habe nämlich überhaupt gar keine lust, mich wieder ins berufsleben zu stürzen. gar keine. und das brave autotier springt einfach nicht an, so als könnte es mich im schildaer urlaub halten. leider die rechnung ohne die kraft des faktischen gemacht.
mein fräulein möchtegernwind ist ebenso wie das auto ganz auf mein inneres angelegt. ich esse kein lamm. das fräulein schon. aber das lammbeinchen, das ich ihr aus dem tierladen mitbrachte, schleppt sie nur herum und nagt es nicht an. es ist ihr ständiger begleiter – ganz anders als das schwein des schreckens.
habe ich miese laune und lust, mich mit der welt anzulegen….. lächle ich freundlich aber das fräulein ist dann unausstehlich.
zwar versuche ich ihr gehorsam seit fünf jahren einzubläuen, aber wenn sie dann das reh schon bemerkt, bevor es drei meter vor uns aufspringt, dann bin ich stolz wie oskar und auch über ihre sonstigen kapriolen muss ich meist lachen.
jetzt, wo berufsleben wieder droht, lächle ich die hundekarre freundlich an und zwinkere ihr zu: war gut gemeint….
morgen gehen wir russisch essen, weil ich alle eingeladen habe, wegen meines schlechten gewissens (hätte ich nur heute morgen schon auf den einen russen gehört). das fräulein kriegt nen hühnerfuss, den frisst sie…. weil ich ja auch hühnchen esse.
und draussen im verschneiten garten tobt das volle survival-programm der vögel und eichhörnchen.
tiere sind rassisten. das möchtegernwindhündchen mag am liebsten windhunde. draussen knabbern tauben mit tauben, amseln mit amseln, elstern mit elstern und meisen mit meisen. sie kommen in netten kleingrüppchen angeflattert und jedes kleingrüppchen frisst für sich. die tauben haben die eichhörnchen verjagt, dafür bekommen jene morgen walnüsse aus dem supermarkt.
drei krähen haben mich an der schöpfung zweifeln lassen. während die eine zuschaut, zwingt die andere die dritte auf dem rücken zu boden und hält sie mit den klauen auf dem rücken, während sie ihr mit dem schnabel auf die brust hackt. ich klopfe erbost ans fenster und alle drei flüchten. könnte sich wirklich ein gott die prinzipien der natur ausgedacht haben? ich glaube, so gemein wäre er nicht.
„survival-of-the-fittest“, kampf um ressourcen, die fieslinge sind fett und die schwachen dünn…. nein, das muss des teufels idee gewesen sein.

ps zum schlagzeilenthema: http://nachrichten.t-online.de/c/17/33/12/24/17331224.html ...... *frau rosmarin rauft sich die haare*

Mittwoch, 7. Januar 2009

schlagzeilen….

hauen dem volk den rest des hirns weg. da bin ich mir sicher.
wenn ein vierjähriger auf seine babysitterin schiesst, weil sie auf seinen fuß trat, was soll dann mein hund machen, über den ich heute die kellertreppe herauf stürzte?
man klärt mich sogleich im anschluss auf, dass ich meinen cholesterinspiegel senken könnte, wenn ich nur 10 min. am tag draussen in der natur liefe. nun gut, ich laufe jeden tag so meine 8 kilometer und bin überhaupt nie auf die idee gekommen, meinen cholesterinspiegel zu überprüfen. ich möchte auch ehrlich gesagt lieber früher sterben, als später, wenn’s zu spät ist.
meine favorisierte nachrichtenseite klärt mich des weiteren darüber auf, dass irgendwer sein baby mit ecstasy ruhig stellt. zugegeben, das ist gemein und vierjährige werden halt mit ritalin ruhig gestellt. ich bin kein apotheker, aber ich vermute, dass es grundsätzlich eh schei…e ist, kinder ruhig zu stellen. mit welchem medikament auch immer. glücklicherweise lehrt mich die tageszeitung, dass es einen gesetzesvorstoß geben wird, der gerichtsprozesse unterbinden soll, die aufgrund von kinderlärm zustande kommen. das ist in meinem sinne. sollen doch die scheintoten, kleinkarierten stadtneurotiker bitte zur kenntniss nehmen, dass das leben eben lärmt. leider lärmt das unbelebte leben auch: sogenannte musik in shopping-happy-malls, autos, flieger, handies undsoweiterundsoweiter. also weiter im schlagzeilentext: jakarta möchte das tragen des penisfutterals in papua verbieten. ja, verständlich. ich würde auch gern vieles verbieten. z.b. würde ich gerne verbieten, dass es im februar kalt ist und schneit. oder dass der absatz von skihelmen steigt, nur weil ein depperter ministerpräsident ski fährt und vor allem würde ich verbieten, dass sich ältere herren das leben nehmen, nachdem sie gelernt haben lebenslang zu lernen und also ihr unternehmen verzockten.
aber verbieten hat ja eh nie geholfen und natürlich würde ich auch das verbieten: dass das verbieten nichts hilft.

Montag, 5. Januar 2009

entschleunigung....

scheint ein neues zauberunterfangen zu sein. gut bezahlte manager werden zu jugendherbergsleitern, karrierefrauen kaufen sich ein backstübchen und lehrer sowie pfarrer haben ja seit eh und je die möglichkeit, ein sabbatjahr zu nehmen.
das könnte mir auch gefallen. so ein sabbatjahr nur zum lesen und schreiben und durch die wildnis stapfen. den kopf in die wolken hängen und die seele in eine hängematte legen.
stattdessen schaue ich mit leichtem grauen in meinen kalender, der bis ende märz voller reisen ist.
reisen kann man das nun eigentlich nicht nennen. und auch das zigeunern ist eigentlich noch etwas freundlich formuliert.
also übe ich beim autofahren schon mal lächeln und gute laune haben. ich überlege, ob ich noch ins kostüm passe und die füße tun mir weh und dann entscheide ich, dass ich ab dem sommer nur noch vier tage im monat arbeiten will. downshiften - entschleunigen.
ja, das wär ein vorhaben für 2009.
einer der stars meines weihnachtsfestes ist ein handy, das ausser brot backen wirklich alles kann. ich kann mailen und mir die blogs demnächst ansehen, wenn ich im stau stehe. wenn ich zu fuss unterwegs bin, kann ich mir die stadtpläne anzeigen lassen und ja... telefonieren kann ich auch damit. eben jenes teil klingelte heute nachmittag und ein kunde möchte mich gerne ins ausland schicken.
"olé" ruft mein zigeunerherz und ich versuche noch zwei tage aus dem ersten quartal zu leiern.
bin ich noch bei verstand?
und ich frage mich: wie schafft es der schäfer-gümbel, unser ministerpräsidentenkandidat, mitten im wahlkampf auch noch zu twittern? oder hat der ein twitterdouble? überhaupt wäre so ein clon eine feine sache, dann könnte ich den meinigen durch die weltgeschichte schicken und sässe sabattend zu hause. aber könnte der clon was ich kann?
typische freiberuflerkrankheiten:
- nicht "nein" sagen können
- sich für unersetzbar halten
- armutspanikend den terminkalender führen.

Samstag, 3. Januar 2009

unser familienzuwachs....

grunzt statt zu quietschen.
das schwein des schreckens, wie ich es getauft habe, war eigentlich als spielkamerad für das fräulein gedacht, hat sich jedoch sofort in meinen kaktus verknallt.



liebe geht bekanntlich durch den magen und das sds (schwein des schreckens) hat mit einem fetten grunzen sogleich den besten platz am feiertagstisch eingenommen.



das war dem möchtegernwind einfach zu viel und es wandte sich angewiedert ab.

santaschweinchen

zumal das neue familienmitglied auch noch säuft....

schwein7

ansonsten alles prima hier und ich wünsche euch da draussen ein fröhliches und buntes 2009 !

Mittwoch, 24. Dezember 2008

wir....

das fräulein, das noch gestern samt flexleine auf hasenjagd ging, bis ich sie am maunzen erkennend festgezurrt im unterholz befreite, und meine bazillenverseuchte wenigkeit,

wünschen euch, die hier immer so liebenswert lest und was dazu sagt oder auch schweigt...

herzensergreifend fröhliche, sinnliche und besinnliche feiertage, mit wein, weib, kerl, tier und gesang. mögen euch die biogänse den verzehr verzeihen, die haustiere ohne blähungen auskommen, die familien wohlgesonnen und ihr selbst ebenso sein.

nur weil ich eine tiefe allergie gegen jahresrückblicke habe, spare ich mir gerade selbigen, obwohl er mir durch den kopf geht. aber sind ja noch ein paar tage zeit....
morgen - also heute aber später - wird es ruhig - eine wohltat.
jetzt erst mal heilands wiegenfestchen

katha5

Montag, 22. Dezember 2008

ich hätte nicht gedacht,

dass die letzten tage im jahr so stressig werden.
ohren, hals, nase, lunge... alles gerade ausser rand und band.
scheide daher krankheitsbedingt aus bloggerleben aus und warte mit kommentierereien bis zum baldigen ableben meiner viren.
von beileidsbekundungen und genesungswünschen bitte ich abzusehen. ich gesunde ohnehin.
merci und gruss

und überhaupt....

Hunde, sind unsere Verbindung zum Paradies. Mit einem Hund an einem herrlichen Nachmittag an einem Hang zu sitzen kommt dem Garten Eden gleich, wo Nichtstun nicht Langweile war - sondern Frieden. (Milan Kundera)

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