Freitag, 22. Januar 2010

"Lebensschlecht"....

ist ein Ausdruck, den ich auf dem wunderbaren Blog der Frau Rinpotsche fand.... Ja… genau… lebensschlecht ist mir.
Da mir nichts lustiges einfällt, gebe ich zu, dass mir grad lebensschlecht ist, übel von all dem, was wir zwischen Leben und Sterben so miteinander und ohne einander erleben. Mein Tagesthema ist… ein immer wieder kehrendes…. Nämlich sogenannte Freundschaften. Im Prinzip ist das banal und tausendfach beschrieben, drum könnte ich es mir eigentlich sparen….
Aber sie kosten Energie, Lebensenergie. Die schlimmsten sind die, die Dich über einen langen Weg begleiten, die Dir mitteilen, was Du falsch und was Du richtig machst und die dann aufgrund von Minimalabweichungen zu Ihrem eigenen Lebensplan, abhanden kommen.
Sie versichern Dich Deiner Relevanz und Herzenshaftigkeit und werfen Dir plötzlich vor, nicht innerhalb einer gewissen Zeit angerufen zu haben, und miteinmal sind sie weg. Du versuchst nach zu regeln, großzügig zu sein und verstehst dabei nicht, dass sie eigentlich schon gar nicht mehr an Deiner Seite sind. Du lädst sie immer zu wichtigen Lebensereignissen ein und siehe da, die Arbeit, eine Grippe oder ihr sonstiger Terminplan voller Nebensächlichkeiten, lässt sie absagen.
Ein Freund, den ich nur einmal im Jahr sehe, erläuterte mir damals bei meiner letzten Hochzeit, das seien diejenigen, die aus seiner Freundesliste sofort gestrichen werden. „Ein Freund, der an einem für Dich extrem wichtigen Tag keine Zeit ohne wirklich triftigen Grund hat, der ist kein Freund“ …. und seine simple Logik leuchtete mir ein.
Dann gibt es die Sauger…. Die nehmen Dir den Schlaf und die Konzentration, zur Bewältigung ihrer eigenen Probleme. Du wirst geliebt, solange Du Dich um sie kümmerst und wenn Du selbst mal daniederliegst…. sind sie natürlich weiterhin mit sich selbst beschäftigt und schicken dir eine launige SMS, fragen aber auch nach Wochen nicht nach, wie es Dir nun eigentlich geht. Die muss man ganz schnell streichen.
So geht es mit der Liste weiter und eigentlich ist sie ganz simpel. Wer ist da, wer fragt nach, wer mailt, ruft an und tröstet Dich. Und wer schweigt, weil er selbst gerade so wichtig ist.
Warum mache ich mir da immer wieder Gedanken drüber? Weil ich immer wieder erstaunt feststelle, dass manche Bekannte, eigentlich Freunde sind. Und „Freunde“ zumal eigentlich bestenfalls noch Bekannte oder besser: ehemalige Bekannte.
Ich bin ein Freund von Streichungen.

müde....

denke ich, dass es an der Zeit wäre, mal wieder was luftig, leicht und lockeres zu posten.
Aber meine Finger sind leer, der Kopf müde, das Herz taub...



aber hey....
es ist was es ist

rpk8a

Mittwoch, 20. Januar 2010

Spukst Du?

Oder hat uns die Exgattin des Herrn Rosmarin verflucht?
Sonst fiele mir kein Grund ein für das gestrige Hin- und Hergeschalte der Lichtschalter, für Über- und Unterspannung, für das Verabschieden von Telefonanlage, Netzkabeln, Lampen und Kühlschrank.
Hast nochmal richtig eingeheizt hier und es war gruselig. Innerhalb von 30 Minuten war das Ende der Zivilisation erreicht. Es roch und ich habe den Hauptschalter umgedreht. Dann Dunkelheit. Kerzen. Zwei Gläser Rotwein und im Kernzenlicht auf Karopapier geschrieben.
Kein Handy laden, keinen Telefonanruf machen können, kein Kochen, kein TV und kein Internet. Der Mann im Krankenhaus, der Hund ängstlich unter dem Tisch zu meinen Füßen. Nur die Mechaniken gingen: Uhr, Türschloss, Klospülung.
Im Schlaf der vorangegangenen Nacht träumte ich, einen Zahn verloren zu haben und eine Stimme aus dem off sagte „Loslassen“. Das hatte ich tagsüber ganz anders interpretiert und nun sass ich da in der Dunkelheit und fror vor mich hin und dachte über das Leben und die brüchige Zivilisation nach.
Der Elektriker heute morgen meinte, die Null sei abgebrannt und hat alles innerhalb einer Stunde repariert. Nun ja…. alles….bis auf den defekten Computer, das tote Fax und die gesammelten Netzkabel. Ich denke, der Elektriker versteht nichts von Spuk.

Damit ich wieder unter die Lebenden komme, bin ich heute abend mit dem Fräulein Möchtegernwindhund um die Eisbahn zur Hasenjagd spaziert. Da lief Peter Fox und ich konnte auf der dunklen Wiese ein Tänzchen machen, während das Fräulein sich eine Maus fing.

Sonntag, 17. Januar 2010

weisst du, paule....

es ist gar nicht leicht.... auch wenn du das behauptet hättest..... dass du weg bist.
jeden tag nehme ich mir vor, es zu kapieren.
und drehe schleifen....
"hätte ich doch freitag angerufen".... vielleicht wäre ich rechtzeitig gewesen, aber ich war mit meiner ankunft in bankfurt beschäftigt, mit dem auspacken und so....
und samstag.... da wollte ich anrufen, hatte aber keine lust und wäre auch zu spät gewesen.
und wo überhaupt warst du an sylvester?
und was hast du gefühlt, am letzten morgen deines lebens, bei deiner ersten tasse kaffe?
und hast du die tür vom womo extra aufgemacht, damit der hund rauskann? und hast du es gewußt und dich verabschiedet von ihr? oder hat sie die tür selbst aufgemacht und ist heraus gefitscht, um die welt zu informieren?
und vielleicht weisst du, dass ich jetzt am freitag mit deinem herzensguten, völlig durchwühlten sohn, deine kisten gesichtet habe im keller?
wir fanden fotos und filme und deine liederbücher mit deinem lieblingsliederbuch von hannes wader ganz oben drauf.
.... es ist schlimm.
ganz schlimm.



Freitag, 15. Januar 2010

angerührt,

habe ich in den letzten tagen, die wirklich rührenden kommentare im untenstehenden beitrag gelesen.
vielen dank, für euer mitlesen, euer mitfühlen und die musik, die worte, die gedanken.
ich finde, das brauchte einen eigenen beitrag, darum habe ich unten nicht zurückkommentiert.
.....
pauls beerdigung steht noch nicht fest. er hinterlässt neben chaos, einen schwangeren hund, einen ganz traurigen sohn, und fassungslose freunde.
....
es wird sehr still plötzlich.

Dienstag, 12. Januar 2010

Kein da-Sein mehr....

Eisige Kälte hat mich überfallen beim Abhören meiner Mailbox, auf der ich das gefasste Stimmchen Deines Sohnes hörte.
Gezittert habe ich über viele Stunden und bei der Rückkehr vom Kundendinner bin ich an Deinem Stammcafé vorbeigefahren, wo du die Künstler, die Gattinnen, die Politbonzen und die Bettler mit Deinem unbändigen Humor, Deiner grandiosen Frechheit und Deinem losen Mundwerk, Deinen Provokationen und Feststellungen amüsiert, verärgert und belebt hast. Gut 40 Jahre lang.
Eigentlich wollten wir einen Café trinken diese Woche und ich Dir die Ohren lang ziehen wegen der Sache mit den Druckereierzeugnissen.
Wie kannst Du Dich da einfach so vom Acker machen?
Und keiner weiß, in welchem Kühlhaus Du jetzt liegst, und wo überhaupt und wann, wie und wieso Du gestern Dein Da-Sein aufgegeben hast.
Mein Verstand verweigert den Dienst, mein Herz ist taub und das Zittern hat sich gelegt. Ich weiß nur, dass Du an dieser Stelle, die Du niemals mehr lesen wirst, Pathos verspotten würdest.
Ich höre Dein kehliges Lachen, wenn Du jetzt meinen Gedanken lesen könntest, der damit spielt, Dein Handy anzurufen, um noch einmal Deine Stimme zu hören.
Und wie lange eigentlich bleibt wohl die Seele bei dem Körper?
Ich hoffe, dass Deine bereits ein Stückchen weiter weg ist….
Wegen dem Kühlhaus. Vielleicht schaut sie sich noch einmal Südfrankreich und das Burgund an, wo wir zwei Jahre gelebt haben. Vielleicht sitzt sie neben Deinem Sohn und murmelt Tröstungen, vielleicht schwebt sie hier herum und verlacht mich – wie meist in unseren gemeinsamen fünf Jahren.
Vermutlich aber – so hoffe ich – sitzt sie vergnügt und erleichtert neben einer schicken Frau irgendwo da, zwischen Himmel und Hölle.
So wie ich Dich kenne, wirst Du ein Ticket für beide Welten gezogen haben. Im Himmel wirst Du Deinen maltraitierten und kranken Körper kurieren, die Müdigkeit und Dich von der Anstrengung der letzten Jahre erholen. In der Hölle wirst Du natürlich nicht schmoren, sondern Dich an wilden Weibern wärmen, dir den Wanst vollschlagen und Deinen Stierzüchterhut mit Stolz tragen.
Ich habe noch ein Plakat aus der Camargue im Flur, das hast Du mir einmal geschenkt, da waren wir bereits auseinander. Ich wünsche Dir ein Wohnmobil dort oder noch besser ein großes Schiff, so wie damals die „Joplin“ auf der wir lebten, liebten und stritten. Ich habe so manche Feder bei Dir gelassen und doch auch vieles gelernt.
Und du warst „muy flamenco“…. Konntest herzhaft lachen, bevor Du oder Deine Welt in Pathos, Melancholie oder Schwärze versanken. Deine Respektlosigkeit vor Selbstmitleid und sogenanntem großen Gefühl war mir eine große Lehre. Deine schlagfertigen Frechheiten gegenüber bornierten Spießbürgern werden mir bleiben und vor allem das Erkennen, das jene Dich genau dafür mochten. Und ich auch…
Ich geh mich jetzt in Tränen auflösen, weil mein Herz schon verstanden hat, wofür der Verstand in all seiner Großartigkeit zu blöd ist.
Ich hoffe Janis, die Frau, die Du am meisten geliebt hast, neben mir, Hannah, Ella, Dora, Gabrielle und denen, deren Namen Du vergessen hattest…. teilt nun mit Dir Wolke oder Sand und hält Dich im Arm, weil Dir der Abschied vermutlich auch schwer fällt…..

Sonntag, 10. Januar 2010

arrosto d'oca....

a la mamma.... l'ultimo per tanti mesi....
weil halt jetzt erst mal frühling kommt.
sie verkaufen jetzt schon falsche frühlingsblumen im laden, damit wir uns freuen in all dem schnee... weil ja bekanntlich immer alles besser wird. na, hoffen wir mal.
morgen krame ich kamera und beamer und kärtchen und spielzeug wieder raus, montag gehts dann los. mit neuen ideen, auf die ich noch warte. die weltbeste mutter spricht noch von der opera buffa, die wir anfang januar in bifi sahen.
die war grandios und ich habe tränen gelacht und geweint.... also geweint eigentlich schon bei der ouverture, weil mir so da im abgedunkelten publikumsraum aufging, wieviel liebe mich umgibt und wieviel gedanken um mein wohlergehen und so viel freundschaft. gelacht, dann während der opera.
die buffa ist ja eigentlich noch eine übertreibung und persiflage der operette. vermutlich waren deshalb einige der zuschauer verstimmt. sie hatten einfach eine operette erwartet und dann gab es staatsfeindlichen klamauk mit lustigen operettengesängen.
offen gesagt, bin ich ja mit leicht erhobenem näschchen in das provinzstadtheater einmarschiert. alles so klein.
aber auf der bühne, das war grandios. die sänger, der chor, der bühnenbildner und der maskenbildner.... ganz großes theater. gar nicht provinz.
provinz war nur das publikum. neeee dieses karo war wieder derart klein. versteinerte gesichter (ich kann das sofort nachmachen.... diesen dumpfen gesichtsausdruck), höfliches geklatsche (von applaus gar nicht zu reden). da haben wir schon ganz schön gegen halten müssen.
mich ärgert so etwas ungemein. da ackern sich zwei stunden lang viele sanges-, musik- und hintergrundkünstler auf ganz hohem niveau ab.... und die westfalen schaffen nicht mal ein "bravo", kein pfiff, nur höfliches geklatsche. zugegeben auf dem ersten rang da oben, sassen offenbar liebhaber und freunde der künstler, die haben mit uns um die wette begeistert. aber diese muffigen gesichter sonst.....bruhäääää..... die hätte ich am liebsten in der pause schon aussortiert und ihr eintrittsgeld für claqeure verpulvert.
naja...

Freitag, 8. Januar 2010

kommentar zu kommentaren

....manchmal so manchmal.... da geht es einem so kreuz und quer und man schreibt und tippt.... und weiss...."wenn du das veröffentlichst".... dann sieht das nach fishing aus....
das war nicht so gemeint... und dennoch.... die kommentare waren so individuell und so bezaubernd...
das dankt das ich, das sich gelegentlich trennt, das sich gelegentlich vergrübelt....und das sich gelegentlich wieder findet...., das seine spielwiese liebt und weiter spielen wird. zumal die fünf rehe ja da standen, wo ich gelegentlich misses fidji.... auch fitschen lasse.
das fräulein fitschte auch brav und kam zurück, bevor es die fünf rehe
entdeckte. schutzengerln halt...
was ich eigentlich sagen wollte ... war
merci

Donnerstag, 7. Januar 2010

als ich auf dem Zahnfleisch....

aus der Buisenesswelt ins heimelige Bielefeld gekrochen kam, da so Anfang Dezember, da habe ich alles hinter mir gelassen und mich in die Gummistiefel geworfen und das wilde Wintermärchen genossen.
Nun sind die Koffer gepackt und morgen geht's zurück und auch voran in ein Jahr, das für mich sicher kein leichtes wird.
Bereits am Montag habe ich ein Meeting mit Kunden, die auf neue Ideen gespannt sind. Das bin ich ehrlich gesagt auch, denn mein Kopf ist voll Schnee und Walzer und ich weiß gerade noch so in etwa wie man "Ideen" schreibt, mehr aber auch nicht.
Von Dienstag bis Donnerstag werde ich im wilden Osten mein Unwesen treiben und ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie es weiter gehen wird....
passe ich noch ins Kostüm?
passt mir noch das Kostüm?
was passt mir überhaupt?
Wäre ich verbeamtet, so nähme ich mir ein Sabbatjahr.
Aber ich habe die letzten zwanzig Jahre die Selbständigkeit gewählt, mit vollem Risiko, vollen Möglichkeiten und das ist auch gut so.
Ein bisschen bin ich auch fett, faul und satt geworden in diesen letzten Jahren und das Universum meint, das bekäme mir nicht. stimmt auch.
Es wird Zeit, über vieles nach zudenken, vieles neu anzudenken... zumindest beruflich.
Und auch dieses Blögchen.... es passt mir gerade nicht so recht... so ein Sammelsurium aus Privatem, Hündischen, Politgemaule und gelegentlich mal eine Geschichte. Ein "Kaleidoskop" um es höflich auszudrücken, ein irgendwie dämliches "Sammelsurium", um es mal deutlich zu sagen. Aber es war und ist meine Spielwiese.
Und auch dies schon wieder ein Text, der hier eigentlich nicht hingehört.
Mein persönliches Zeichen für dieses Jahr wird wohl das Fragezeichen werden.
Nur schön, dass sich das wildverschneite Bifi mit fünf Rehen auf der Wiese von mir verabschiedet.

und überhaupt....

Hunde, sind unsere Verbindung zum Paradies. Mit einem Hund an einem herrlichen Nachmittag an einem Hang zu sitzen kommt dem Garten Eden gleich, wo Nichtstun nicht Langweile war - sondern Frieden. (Milan Kundera)

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