ich auch.
wieder.
endlich.
sonne empfängt mich und wärme, die weltbeste mutter nebst weltbestem vater. cremant d'alsace und blick auf den main.
und tausende, ach was hunderttausende von chinesen und japanern haben die stadt fest im griff. sie wuseln überall herum und treten nur in großen rudeln auf, stehen auf der straße und und sitzen in den straßencafés, entern die taxfreeshops rund um den dom.
nur der hund verhilft mir zu meinem mindest-wohlfühl-abstand von 50 cm.
nach wochenlangem landleben in schilda und dänemark schaue ich staunend auf die massen. besonders auf die chinesischen und japanischen massen.
kurz bevor ich mich fürchte, erinnere ich mich daran, dass es ja nur touristen und keine eigner sind.
zumindest die vielen, die hier rumlaufen am samstag, in großen rudeln.
und ich erinnere mich daran, dass ich vor vierzig jahren mit meiner cousine schon durch dieses innenstadtviertel strich und wir - vermutlich ob unserer lustigen zöpfe - permanent von japanern fotografiert wurden.
ich bin wieder in meinem anderen zu hause. dem eigentlichen. oder dem alten. ich weiß es selbst nicht mehr. aber: zu hause.
und morgen..... hunderennen. das fräulein hat weniger gewicht, aber ist untrainiert.... naja...
ich habe auch etwas weniger gewicht und bin auch schlecht trainiert. aber der hunde-jogging-gürtel wird mir helfen.
ich glaube..... das leben ist echt schön.
....
das fräulein hat mittlerweile mein frankfurter bett quer blockiert. das täte sie in schilda niemals.
hmpf....
das kommt davon....
wenn's leben halt irgendwie superschön ist.... vermutlich
das vor einer Woche gestartete Tierexperiment lässt sich gut an.
Ich hatte es einfach satt, meine Gesundheit und die meines Tieres (man könnte es auch Monster nennen) durch gefährliche Nervengifte in den Zeckenhalsbändern und Sprays zu gefährden.
Die Behandlung mit Nichts erschien mir ein spannendes Experiment.
Ich bin kein Kenner der Homoöpathie und daher also auch weder Freund noch Feind.
Dass allerdings ein hochpotenziert verdünntes Mittel, in dem kein Wirkstoff mehr nachweisbar ist wirken soll, ...... erscheint mir komplett unsinnig.
Da ich nicht daran glaube und mein Hund zur Erreichung eines Placeboeffekts schlicht zu blöd ist, wundere ich mich nun schon, dass das Tier seit über eine Woche zeckenfrei ist.
Der Vergleichswert zur Vorvorwoche ist 5.
Also fünf Zecken vor Globuli, Null Zecken nach Globuli.
Hm..... ich nehme das bis zum Ende des Sommers erst mal als Zufall. Der ist ja bekanntlich das Eintreten eher unerwarteter und unwahrscheinlicher Ereignisse.
Im September wird ausgewertet.
Kann es eigentlich sein, dass irgendein Geheimdienst uns Winterglobuli ins Trinkwasser gemischt hat? Oder wie sonst erklärt man diese Eiseskälte im Mai????
sagt die Freundin am Sonntag zu mir, als wir noch in meinem Auto sitzen und schwatzen.
Ich habe Fragezeichen in den Augen, denn ich kenne keine Geldfliegen.
Also lächelt die Freundin mich höflich und nachsichtig an und erklärt mir, dass wenn man alleine mit einer Fliege sei, und insbesondere jetzt so wie ich im Auto… und zudem das Einzelfliegenkind auf dem Navi mitten auf der angezeigten Straße hockt, …. also dass dann Geld ins Haus stünde.
Und tätsächlich….. fange ich am Montag an, Tage wie verrückt zu verkaufen. Das Handy steht nicht still, Flüge werden umgebucht, langsam fange ich an, Termine abzulehnen weil der Kalender zu voll wird…. und in Gedanken hab ich immer die Geldfliege auf meinem Navi. Keine Ahnung, wo sie mittlerweile geblieben ist. Hauptsache, sie kehrt treu in regelmäßigen Abständen zu mir zurück.
Irgendwo im Kofferraum oder unter der Motorhaube muss aber der Geldgeier gesessen haben. Vermutlich hat er sich ins Fäustchen gelacht und die Krallen vor Freude gebogen, denn die Steuer steht ins Haus und das Möchtegernwindfräulein ist nun ohne Antibiotika und ohne Kohletabletten. Prompt geht die Arie von vorne los und irgendwas Fieses ist in den schleimigen Absonderungen, was nach zerkauten Plastikteilen aussieht. Neben dem Finanzamt werden wir evtl. also noch Röntgengeräte und schlimmstenfalls Operationsteams bezahlen müssen. Davor allerdings hat das Eislaufmuttifrauchen die Sauerkrautkur gesetzt. Angeblich wickelt das Kraut Fremdkörper im Darm ein und transportiert sie sachte wieder raus.
Bisher war das nicht nötig. Einmal hat das Fräulein eine Gummiente zerkaut und jene kam nach fünf Tagen rückwärtig wieder raus. Logisch. Was rein kann, kann auch wieder raus. Besonders scharf sahen die gelben Gummientenfüße aus, die damals das Häufchen wie ein i-Tüpfelchen krönten.
Derweil seufzt die weltbeste Mutter ins Telefon.
Ihre Jugendliebe ist gestorben. Massimo, der schönste Mann im Dorf am Arno hat sich verabschiedet und sie kann es kaum fassen. Sie erzählt von Veilchenringen und von heimlichen Stelldicheins, von seiner grenzenlosen Eifersucht (die für einen Toskaner gar nicht sooooo selbstverständlich ist).
„Sei froh, dass es damals nicht geklappt hat, sonst wärst Du jetzt Witwe“ versuche ich ungeschickt, sie zu trösten.
„Nein, nein…. Ich wäre längst geschieden“ sagt sie mir ganz nüchtern, einfach weil er ja ein Schürzenjäger war, der Massimo, und überhaupt sei er fürchterlich fett geworden, habe schon einen ganz roten Kopf gehabt, als meine Cousine vor fünfzehn Jahren heiratete und sie ihn unbedingt besuchen musste. Damals hat sie dann den ganzen Abend meinen Vater angehimmelt und sich beglückwünscht, dass sie zur Lehre nach Deutschland geschickt wurde und nicht an Massimos Seite bleiben durfte.
Ich denke, Liebeskummer hat was. Fünfzig Jahre später kann man sich noch drin rumwälzen und gleichzeitig einem gnädigen Schicksal danken, dass dieser Kelch irgendwie vorüber zog. Und das funktioniert, bis in die nachfolgende Generation, denn ich freu mich jetzt, dass Massimo nicht mein Vater wurde. Toskana hin und Pisa her.
zwischen dem Herrn Rosmarin und meiner Wenigkeit, ist unsere Vorstellung über Innenraumgestaltung.
Das Haus steht ja eh schon, da konnte ich leider nicht mitreden.
Könnte ich mitreden, tät ich ein Haus in Form einer Muschel bauen.
Mit gewellten Böden, drei Lichtfronten und perlmuttfarbenem Boden.
Den geschlossenen Teil natürlich nach Norden, und ansonsten den ganzen Tag Licht.
Und vor allem.... und das meinte ich eigentlich: keine Gardinen.
Never never never Gardinen. Ich hasse Gardinen.
Ich habe überhaupt noch niemals Gardinen besessen und möchte auch niemals bitteschön Gardinen besitzen müssen.
und ich hätt‘ ihn so gerne groß.
Mein Herz ist rachsüchtig und mein Temperament reizbar und mein Verhalten leider gelegentlich von Rumpelstilismus geprägt. Manche nennen das Jähzorn.
Ich kämpfe ja seit mehr als 40 Jahren gegen selbigen. Leider habe ich schon Blumentöpfe aus Fenstern geworfen, Menschen mit Getränken übergossen, und in der U-Bahn zurückgedrängelt. Gebrüllt, beleidigt und auch verflucht.
Dabei wäre ich so gern ein guter Mensch. Sie wissen was ich meine? Ich meine: so ein richtig guter Mensch. So einer, der sich überhaupt nicht aufregt, wenn eine lasziv aussehende Sechzehnjährige im Tempo einer Hundertjährigen langsam über den Parkplatz des Supermarktes schleicht, während man selbst im Auto sitzend es furchtbar eilig hat. So ein Kleingeist wie ich, der denkt dann, die sei gar nicht lasziv, sondern einfach nur dämlich. Da sitz ich dann und denke mit meinem kleinen Geist: Du bist zwar jung, aber ich fahre das fette Auto.
Peinlich, ich weiß.
Ich hätte so gern ein großes weites Herz, mit allerlei Liebe für jeden schwierigen Mitmenschen, der ja vermutlich nur in meiner Sicht ein schwieriger Mensch ist. Stattdessen kann ich mich ausgiebigst über bestimmte Frauenmodelle, über bestimmte Herrenmenschen und über Dummheit – oder was ich dafür halte – in Grund und Boden ärgern. Zugegeben, der letzte zerdepperte Blumentopf ist eine ganze Weile her, aber eigentlich habe ich das nur aus zwei Gründen eingestellt: 1. Der letzte Blumentopf landete haarscharf neben einem geparkten Auto und 2. Tun mir die Blumen leid, denn die wachsen bei mir ganz hervorragend.
Eine wirklich große Herausforderung sind für mich ja die fahrradfahrenden Autisten, die meinen, alles müsse zur Seite springen, sobald Sie auf dem Gehweg auftauchen. Und ja…… dann brülle ich Gemeinheiten und Flüche hinter denen her, anstatt milde zu lächeln und mich in meiner Freundlichkeit und Nachgiebigkeit größer zu fühlen als sie. Nein, nein, all mein Streben war letztlich umsonst, denn ich bin im Arroganztraining durchgefallen, das Großherztraining, habe ich vermutlich noch gar nicht richtig begonnen.
Aus mir wird vermutlich nie ein großherziger Mensch, mit Geist und Geduld und Freundlichkeit. Das kleine, blöde Ego ist einfach zu groß, als dass aus mir noch Wer werden könnte.
Vermutlich werde ich mir bald die Haare blau färben und mir einen schwarzen Petticoat zulegen, so wie ich ihn von 16-26 trug, Schuhe mit Pfennigabsätzen, damit ich mal wieder einem auf die Füße steigen kann. Ganz aus versehen natürlich, denn soweit bin ich nach vierzig Jahren Training dann schon. Aber einen großen Geist mit mildem Charakter, den leg ich mir wohl so schnell nicht zu. Dafür ist meine kleinkarierte Freude viel zu groß, wenn ich so wie heute endlich mal wieder mit heruntergelassener Scheibe und voller Fox-Dröhnung durch den nächtlich schlafenden schildaer Vorort rase.
nennt die Tierärztin das Hundefräulein, als wir mit hängender Zunge von der Autobahn kommend direkt in ihre Klinik stürmen.
Im doppelten Sinne des Wortes, denn das Fräulein zittert wie Espenlaub so sehr, dass die Herztöne nicht sachgerecht abgenommen werden können. Der ganze Hund wackelt so sehr, dass er fast umfällt. Aber nicht aus Schwäche, sondern aus Angst. Schissbüchse halt.
Und sie wackelt auch nicht wirklich aus Schwäche, obwohl ihr diese nach sieben Tagen Dünnpfiff und Erbrechen zuständen. Schissbüchse…. Ärgs.
Von Urlaub kann man also nicht wirklich reden. Frisch im Dänenland auf der Insel dem Auto entsprungen geht’s schon los. Den ersten Dünnpfiff schiebe ich auf die lange Autofahrt, denn das Fräulein hasst Autofahren. Aber es geht eine geschlagene Woche so weiter …. Und zwar im drei- bis vier-Stunden-Takt. Meine vier Mitreisenden haben Urlaub. Sie schlafen, kochen, saunieren, fahren Kyte-Buggy, gehen shoppen und seufzen vor lauter Erholung. Ich versuche mich da einzuklinken und gleichzeitig dem Rhythmus der Koliken zu folgen.
Um 07.00, um 10.00, um 13.00, um 16.00, um 19.00, um 23.00, um 03.00, um 07.00….. so rennen wir täglich raus. Nur Luft, Schleim, Blut. Zunehmend mehr Blut als sonst was und dann kotzt sie sich nach zwei Tage lang die Seele aus dem Leib. Ich schlafe im Pulli mit der Jeans neben dem Bett und in den Pausen der Koliken versuche ich Schlaf nachzuholen.
Irgendwann am fünften Abend gehen mir die Nerven ob des Geschwätzes meiner Miturlauber durch und ich sage meine Meinung zu kontroversen Themen offenbar so unverhüllt, dass alle erschrocken schweigen. Nun ja…. Man muss ja auch mal sagen, was man denkt. Nachts wieder raus (ich schlafe mittlerweile auf dem Sofa, neben der Tür, und leider ist das Fräulein Hund sauber. D.h. sie weigert sich auch mit Schiss in der Büchse auf die Straße oder den häuslichen Garten zu machen. Also rennen wir immer auf die Landstraße bzw. auf den Grünstreifen selbiger. Aber diesmal zu schnell. Ich verpasse in absoluter Dunkelheit den Absatz zwischen Landstraßenasphalt und Feld und segle der Länge nach über den Asphalt. Hand aufgeratscht, Zähne geschont, aber Knie und Wade aufgeratscht, dick, Regenbogenfarben, ich humple.
Ansonsten koche ich in den Kolikenpausen Schonkost und hole wie bereits erwähnt, Schlaf nach. Finde im Umkreis von 40km keinen Tierarzt, überlege nach Flensburg zu donnern, setze erneut auf Schonkost. Rattengift kann es ja nicht sein, das hätte zwar ähnlich, aber schneller gewirkt.
Nun….. viele Tabletten weiter, geht’s dem Fräulein besser und ich bräuchte nochmal so eine kleine Woche Urlaub auf einer Insel im hellblauen Loch.
wenn ich mich jetzt für eine woche verkrümel.
in die internetfreie zone einer kleinen insel mit unglaublich breitem strand. die 4 km bis zum ende desselbigen müssten dafür ausreichen, dass selbst das fräulein abstand von den zahlreichen rehen, fasanen und hasen hält. vorausgesetzt, die viecher wollen nicht auch am strand spielen.
wünsche euch schöne ostern, blauen himmel, bunte hasen, dicke eier.... und freu mich, aufs lesen und aufs laufen.
Hunde, sind unsere Verbindung zum Paradies. Mit einem Hund an einem herrlichen Nachmittag an einem Hang zu sitzen kommt dem Garten Eden gleich, wo Nichtstun nicht Langweile war - sondern Frieden. (Milan Kundera)