Mittwoch, 2. Juni 2010

Harte Tage....

liegen hinter mir.
Das Herz noch im Weinviertel und in Wien.
Die Füße bereits am Hund bespaßen.
Der Leib nebst Kopf bereits bei Kunden.... und viel herum gefahren... und ich weiß nicht mal mehr wo genau ....
und heute... kann ich keinen Heimatroman mehr schreiben und auch der Abspann ist abgespannt....
Also lande ich im bankfurter Alltag.
Sitze an Buchhaltung und marschiere zum Steuerberater.
Gehe Hund eine Stunde lang bespaßen.
Fische im Supermarkt nach Pernod, denn Sommer wird vorhergesagt.
Und dann noch gehen das Fräulein und ich in den Wald. Sie hat harte 90 Minuten Gürteltraining hinter sich bringen müssen.
Ich hatte mich in die Sportklamotten geworfen, die Walkingstöcke rausgeholt und das Fräulein an den Laufgürtel genommen, sie mit den Stöcken davon überzeugt, hinter mir zu laufen. 90 Minuten Dauergehorsam.... ist sie nicht gewohnt und kaum sind wir zu Hause, der Magen gefüllt, fällt sie um....
Nun sind wir beide platt und ich tue es dem Fräulein nach....

muede

Montag, 31. Mai 2010

Mein Heimatroman..... Abspann

Musik: zwei Gardenien



Ich danke mit vollem, sehr vollem Herzen, für die Rolle des Gastes im Heimatroman, die ich übernehmen durfte.
Ich bin glücklich, dass diese ganze Bloggerei zu diesen Begegnungen und Tagen führen durfte und verbürge mich dafür, dass sämtliche Ähnlichkeiten mit realen Personen und Persönlichkeiten weder Zufall noch Erfindung sind.
Zwar sieht es so aus, als sei der Heimatroman nun im Flieger nach Bankfurt geendet, aber – hinter vorgehaltener Hand munkelnd – es könnte ggfs. zu einer Fortsetzung kommen. Genau genommen, würde ich am liebsten eine daily-soap daraus machen, mit Drittwohnsitzen und allem Pipapo.
Die Regisseurin hat ihren Regiesessel verlassen und die Gastrolle zum Flughafen gefahren. Sie hat es sich nicht nehmen lassen, extra die Fenster des schwechat‘schen Flugüberwachungsturms zu diesem Tage mit fünf in der Höhe schwebenden Fensterputzern zu versehen. Dies erlaubte uns heftigstes Gruseln und die damit verbundene perfekte Ablenkung von möglichem Abschiedsschmerz.

Wenn auch der Pilot bei der Landung vermutlich nach der Dean-Martin-CD in seiner Tasche kramte und somit versehentlich den Flieger einfach auf die Landebahn plumsen ließ.... so hat dies nichts daran ändern können, dass ich nun schon sechs Tage mit der Heimkehr beschäftigt bin.

Andalusisch.... eben....





ps.... die Verhandlungen hinsichtlich weiterer Folgen gestalten sich spannend. Frau Katiza taucht auf, ich versuche Herrn Schneck nebst Frau Lama einzupacken und Herr Steppenhund möchte die alte Salonkultur wieder erwecken.....

Heimatroman……. (5)

Musik: Summertime


Früh am Morgen, tauschen wir Körperflüssigkeiten aus.
Lachtränen.
Unbekannterweise treffen wir uns zwecks Frühschoppen und Anti-Zecken-Globuli-Übergabe. Eine Dame mit grünem Feuerzeug kommt, eine Dame mit wilden Viechern nebst Herrn Otto, der die vier Frauen mit fröhlichem Humor zu nehmen weiß. Wir ratschen…. Natürlich so, als ob wir uns seit Jahren kennen und zwingen den Wirt trotz Gewitterwolken dazu, draußen zu decken. Unsere Dekooperation mit der Wettervorhersage füllt seine Kasse, denn im Nu ist seine Gartenwirtschaft voll. Wir sind die ersten die kamen und die letzten die gingen, denn der Wirt besteht auf seine Mittagspause. Sehr idyllisch, wenn die eigene Siesta über dem möglichen Pfingstprofit steht.
Während wir über Tierseelen und Froschkönige plaudern, die Gartenwirtschaft erheitern, weil wir kompensieren, was die zu Hause gebliebenen Hunde ansonsten veranstaltet hätten, brennt die Sonne herab und die Regisseurin und Frau Rosmarin teilen sich eine klitzekleine Wildschweinvorpseise, weil sie ja noch etwas vor haben. Der Hunger beflügelt und flux werden neue Geschäftskonzepte ausgedacht, wie etwa die hinsichtlich der Bezahlung erfolgsorientierte Telepathiebehandlung, die Vertreibung eitler Glücksritter durchTechnikversagen und ….. überhaupt rennt mal wieder die Zeit. Herzhaftes Freuen, herzhafte Abschiede, schnelles Weiterfahren und dann….
…. Landen wir wieder in Zeitlupe. Rote Grinsekatzen, lachende Gärtner, innige Freundinnen, Weltenretter und Meisterinnen zaubern…. Essen und Zeitlupe. Zwischenprosecco im Garten, nebst Naturbetrachtungen, feine Speisen, die von sog. Insidern kritisch unter die Lupe genommen werden, von unkritischen Gästen hingegen…. einfach genossen.
Haus betreten, zu Hause sein. Basta Pasta.
Unser Mittagessen dauert den Nachmittag und die Gastgeberin kommt auf die zündende Idee, etwas laufen zu gehen. Fein Fein Fein. Nur so, konnten wir die „umme Frau“ finden. Zugegeben, hier habe ich getrickst, weil das Foto bereits andernorts entstand und ich beim Zeitlupentag den Foto nicht zur Hand hatte. Aber …. Blunzwurscht….



Eben diese umme Frau fanden wir erneut. Und Kreuze am Weg, und Ufos auf dem gegenüberliegenden Berg, und überhaupt…. wer darf schon den Semmelberg besteigen, um sogleich - nach ausgiebiger Bewunderung rießengroßer Blutbuchen – in den Wölfen zu landen?
Na eben.
Unvergessen ist der Versuch der Regisseurin, mit den Wölfen zu heulen. Immerhin antwortete ein Rind. Und unvergessen, der Rückweg im unglaublichen Ungewitter. Und unvergessen der Rhababerkuchen der innigen Freundinnen und unvergessen dieser Tag…. eh.
Ich bin seelig.

Sonntag, 30. Mai 2010

Heimatroman……. (4)

Musik: Libertango


….nach dem gestrigen Tage wird das Thema “Führung” fortgesetzt.
Eine phantastische Frau fragt lächelnd nach dem „Verwendungszweck“ unserer Wegbegleiter. Ich habe mich entschieden, die alte, zerrupfte Jeans nochmal an zu ziehen und ahne nichts…. während ich ein bezaubernd bockiges Lama spazieren führendarf.
Trainerin und Damen meinen großzügig, wir könnten ja mal tauschen. Aber ich habe mich längst in dieses bockige Tierchen verliebt, erinnert es mich doch so sehr an mein zu Hause gebliebenes Tier, das mit der Hälfte Gewicht, das Doppelte an Eseligkeit zustande bringt. Der Vertrauenstest des Lamas ist eindeutig kürzer.... und obwohl ich es hinter mir her zerre,.... stupst es mich irgendwann dann auch endlich an der Schulter an und fängt an zu plappern und zu singen...



Die Meisterin hat zu diesem Thema sowieso bereits alles so ganz und wunderbar gesagt.

Nichtsdestotrotz hänge ich dem Herrn Ro seitdem in den Ohren, doch bitte den Rasenmäher dem Müll zu übergeben und den großen, wirklich großen Garten ... Lamas zu übergeben. So groß und doch so zart...

Die Sonne brennt auf uns herab und das Leben ist dermaßen leicht…. und noch ganz in Seeligkeit, lassen wir den Hund der Regisseurin nochmal hüpfen… nicht ahnend, dass er sich endlich als Hund entpuppt und den großen Berg hinauf eine noch viel größeren Hasen jagt.
Hierzu muss man anmerken, dass der kleine Hund bisher in Verdacht stand, ein aufgrund eines Fehlers im Universum, wiedergeborener Buddha zu sein. Also einer, der eigentlich schon erleuchtet ist, und eh nicht wieder kommen braucht. Irgendwer hat halt einen Fehler gemacht … und zugegeben, dass kann im Universum ja auch mal passieren…. Und da es ja schon so derbe schief lief, durfte er bei ihr bleiben…. Damit es nicht so arg wird, mit dem völlig überflüssigen Leben.

Aber wie er dann so ganz das Ganze gebend, hinter dem doppelt so großen Hasen her ging…. also da, das muss ich zugegeben, habe ich aufgeatmet: Entweder er hat sich in sein fehlerhaftes Universumsschicksal begeben, oder er ist doch ein Hund.
In dem Moment klingelt mein Handy und ein anderer, wirklich grandioser Hund aus der Steppe ist dran.

Die Tatsasche, dass er seinen Blog einfach herausnahm aus dem großen Gewirre, so ganz ohne höflich charmanten Abschied…. nun, dies ist eine Sache für sich. Eine ganz andere Sache hingegen ist, dass er sein Kommen ankündigt.
Er hat sich einfach mal so in den Zug gesetzt, und ist mindestens zwei Stunden umgestiegen und hin gefahren. Zudem wurde die Sonne weg gewischt. Also holen wir ihn vom Bahnhof ab. Eine macht sich die Wimpern, die Andere macht das Auto sauber, die Dritte steht am Bahnsteig…. während der Herr im strömenden Weltuntergang anlandet. Ich habe weder Wimperntusche noch Lippenstift noch Auto dabei, und nur die alte zerrupfte Jeans an…. Peinlich sowas, wenn Herrebesuch anlandet und man darauf gar nicht eingestellt ist.
Glücklicherweise landen wir in einem wirklich feinen Landgasthof, der ebenso gut in der Toskana sein könnte, essen das weltgrößte belegte Wurstbrot und trinken mal Veltliner mal Muskateller und ratschen (was sonst).
Dass er am Feiertag geschlagene zwei Stunden oder auch drei, mit dem Zug zurück fahren müsste, schien uns unerträglich und auf der Fahrt in die große Stadt, lüftet er endlich die Geheimnisse, die wir schon immer ergründen wollten. Wir erfahren das Geheimnis von Cern.

Ein großer Tag. Mit großen Frauen, echten Herren und phantastischen Tieren. Gerade Rücken und silbern auch.
Wen kümmert es da, wenn der Mangel an Heidelbeerjoghurt im Kindesalter zu herben Spätfolgen führt?
Na… ja…. Blunzwurscht und….. eben….
Meine weitere Lektion…. „verblunz dein Leben nicht mit Heidelbeerjoghurtschäden“

Samstag, 29. Mai 2010

Heimatroman……. (3)

Musik: Ein Piano..


Die Nacht mit dem alten Tagebuch hängt mir noch in den Knochen. Glücklicherweise scherzt die Gastgeberin früh herum.... ein andalusisches Gefühl stellt sich beim sonnigen Frühstück im Garten ein und mir wird leicht.

Meine zerrupfte Jeans lässt uns ein nahegelegenes Einkaufszentrum finden, samt einem schweizer Klamottenladen, in dem ich die weltbesten Jeans überhaupt erstehe. Anschließendes Nase-platt-drücken an ortsansässigen Immobilienmaklern…. Dabei habe ich das kleine Häuschen gegenüber eh schon herzlich gekauft. Nein…. Ich meine….: mit dem Herzen. Ich warte auf den Rückruf des Herrn Ro, der extra für diesen Zweck einen Lotterieschein ausgefüllt hat. Ohne Lotterieschein müsste ich bluten, denn das Finanzamt sitzt mir im Nacken.
Mit Lotterieschein hätte ich ein kleines Haus mit Galerie, Balkon, Gartenhäuschen (wenn ich mal zu Besuch da bin) und großem Garten…. wie geschaffen, für jagende Prinzen.
Ich vertrage die viele frische Luft nicht und habe schon wieder Hunger… also darf ich im Kasperlecafé einen Mohren im Hemd zu mir nehmen.
Im Anschluss bin ich gefühlte fünf Kilo schwerer aber Schokolade macht ja angeblich glücklich.

Wirklich glücklich machen Linsen. Und ein Herrenbesuch auf dem grünen Feld.
Monsieur Jean, hat sich als bekennender Misanthrop aus Paris ins ländliche, ortsansässige Idyll zurückgezogen, wo er extremst höflich und freundlich mit Mensch und Tier, lebt, arbeitet, und spaziert. Kaum einer schafft es, so wie er, zwischen Luhmann,



Nietzsche und politisch inkorrekten Witzen hin und her zu mäandern. Die mitgebrachten Tiere kuschen vor der alten Katzendame (Grandezza…. auch hier) und sind überhaupt ganz geschmeidig.
Die Regisseurin und Monsieur Jean trinken Kräutertee, meine Wenigkeit bleibt beim Veltlniner.
An Luhmann habe ich mir schon immer gerne die Zähne ausgebissen. Zu Zeiten des Casettenrecorders hatte ich eben diesen im Auto (ich fahre schon seit hundert Jahren viel herum) und sagenhafte 13 Casetten zur sozialen Systemtheorie, die mich zu manchem Beinahe-Unfall führten. Nur in seinen Büchern habe ich jeden Satz mindestens fünfmal lesen müssen, nur in den 13 Casetten habe ich so oft zurück spulen müssen, dass ich so manchen Überholvorgang in Trance und mit erheblichen Nebenwirkungen ausführte.

Luhmanns Systemtheorie … inspiriert…


Wir ratschen hin und wizteln her, bei Nietzsches Gedanken zum Thema Führung glänze ich durch Unwissenheit und auch der Meister hat mein Hirn bisher nicht erreicht. Also schreibe ich alles, was ich Nachlesen muss ins Notizbüchlein und seufze erleichtert auf, als sich herausstellt, dass dieser geniale Herr Jean, der ein umfassendes Wissen besitzt, dennoch Tom Waits nicht kennt.

Daher als gute Nacht Lied…. meinen Favoriten, dessen Titel unsere grüne Diskussion am Feld und mit glücklichen Linsen nur allzu perfekt widergibt

Donnerstag, 27. Mai 2010

Heimatroman..........(2)

Musik: Toni Stricker; Erdverbunden


2. Akt
Glücklicherweise hatten wir uns in der langen Nacht hinsichtlich des Programms für den nächsten Tag auf „Gegend“ geeinigt.
„Gegend“ heißt…. man läuft durch’s Gras, schaut Pflanzen und Bäume an, den hellblauen Himmel, macht Siesta und mäandert so vor sich hin. Eigenartigerweise landen wir durch Schlamm rutschend bei einem Kraftbaum und es gibt kilometertechnisch kein Halten mehr. Das Auto, das behauptet ein Auto zu sein, in Wirklichkeit aber eine grüne Mamba ist, fährt in den Ostblock, den es zwar nicht mehr gibt, aber wir finden einschlägige Hinweise in Form quadratischer Würfelappartments und prähistorischen Bushaltestellen. Die Schlange rast durch Seen und Landschaften und führt uns ins Schloss, das wunderbar maurische Ausblicke bietet.



Störche brüten und ich höre, was es mit den Druiden und den Eiben auf sich hat. So laufen wir vier Stunden durch Schloßauen und am Ende geben der kleine Hund und Frau Rosmarin auf.



Die Regisseurin möchte eigentlich noch ins Kino, natürlich weil dort ein ganz wunderbarer Film läuft, aber das sind hin und zurück 80 Kilometer und der Hund und ich sterben eh vor Hunger….. also reden wir es ihr aus.
Wir landen in einer hübschen Gastwirtschaft mit einem wirklich einzigartigen Automaten.

mannerautomat

Rauchen darf man ja eh hier überall…. aber nun kann man auch noch Mannerschnitten ziehen. Neben den Mannerschnitten sitzt ein Mann im Janker und erzählt uns einen Witz ("wann sagt ein Chinese "guten Morgen"?).... Der gereichte Muskateller schmeckt nach allen Blüten und Erden, die man sich vorstellen kann. Ein Achtel macht für den Rest des Abends glücklich.

Als ich die Regisseurin des Heimatromans das erste Mal kennen lernte, erhielt ich eine Lektion in Humor.
Als ich sie das zweite Mal sah, hier im Maindörfli, erhielt ich eine Lektion in Weisheit.
Und während wir so im hellblauen Loch hochrelevante Themen parlieren, erhalte ich eine Lektion in Grandezza.

Ich erfahre z.B., dass es ratsam sei, seinen Feinden ein langes …. und zwar ein wirklich langes Leben zu wünschen und dass Russen eigentlich Rollmöpse sind. Ich erfahre Pflanzennamen in allerlei Sprachen und Bedeutungen und in Tagebüchern, die mit großem Herzen geschrieben wurden und mit großem Herzen bewahrt, lerne ich über die Liebe und über Hoffnung, über Haltung und über Freunde.

vergiss

Heimatroman..........(1)

Regie und Produktion: Mme D.
Orte: Vienna Center, Weinviertel, Tschechien
Protagonisten: Prinzen, Künstler, Steppenhunde, allerlei Hunde (sowieso), Katzen, Weinbauern, Lamaflüsterin, lustige Frauen, Frau A.M. See, Dr. Blubb nebst Gärtner und mitbackender Rhababerspezialistin, Blogerin in grün, nebst Herrn Otto und Drachenbändigerin, Immobilienbüros, der einmalig Herr K. sowie Nachbarinnen, Elfen und Dean Martin (der fast zum Absturz führte).

Musik: Chan Chan




1. Akt:
Frau Rosmarin packt ihr Köfferchen mit allerhand Kostümchen und Seminarmaterial. Das was nicht in den Koffer passt, kommt ins Handgepäck, so z.B. die Smileypfeifen und die Moderationskarten.

Es hilft alles nichts und ich starte mit vier Kilo Übergepäck am Flughafen des Maindörflis in mein Abenteuer: Heimatroman.
Wien empfängt mich mit lustigen Luftlöchern bei der Landung und Temperaturen zum Bibbern. Die Kunden sind fröhlich und ich dann also auch und stolper abendlich nach getanem Werk in den ersten Bezirk, um Freunde zu treffen.
Polit-Gulasch essen, Wein trinken, mit den Prinzen laufen, spätes Taxi und erneuter Arbeitstag. Auch jenen beschließe ich mit diesen Herzensmenschen, der wunderbar genialen Frau K. und dem wunderbar genialen Herrn K.. Wir erfinden die gute Weltpolitik neu, wir ratschen, als hätten wir uns erst letzte Woche gesehen und wir philosophieren über Homöopathie, über Windhunde und Landhäuser. Der abholende Taxifahrer erinnert mich an die Lage der Welt „soo an schaaass“ und ich arbeite brav weiter, speise mit Kunden und stehe mir die Füße in Stilettos steif.
Am vierten Tag endlich holt mich die Produzentin und Regisseurin des Heimatromans ab, stopft meinen überdimensionierten Koffer ins Auto und lässt den Hund auf mich los. Der nimmt sogleich küssend auf dem Kostüm Platz und bereitet mich aufs Landleben vor.
Angekommen am magischen Ort fliegen die Stilettos durch die Luft, Jeans fliegen aus dem Koffer und es erwarten mich Sekt, Veltliner, Gastgeschenke (jetzt mal ehrlich: wo gibt’s denn sowas?), die für mich allerliebsten Schnitzel... vom herzigen Wirt…. den ich leider nicht verstehe. Ist aber Wurscht. Blunznwurscht sozusagen…
Ich bin zu Hause und die Nacht wird lang. Die Vögel und der Übergangshimmel erinnern uns daran, noch etwas zu schlafen, denn vorher schmeckt der Kaffee nicht.

Mittwoch, 26. Mai 2010

ich dachte, es sei ein wiener gefühl....

aber tatsächlich ist es viel komplexer.
denn andalusien ist ein teil von österreich.
ich bin da spezialist, drum kann ich mir dies urteil erlauben....
gerade jetzt, wo ich zwar seit stunden wieder in bankfurt weile, mein herz aber noch mit dem koffer per daumenstopp unterwegs nach zurück ist.
....
und natürlich ist vienna nicht roma.... aber das konnte der herr venditti nicht wissen..... als er den song schrieb. vermutlich war er weder in wien noch jemals im weinviertel.....



ich muss erst mal landen.... also der rest von mir.
und erst mal fotos runter laden....
und mich überhaupt erst mal damit abfinden, dass arbeit und heimatromane derart zusammen passen können.
...
wenn ich wieder bei verstand bin, gibts vermutlich auch wieder etwas zu lesen...................

Samstag, 15. Mai 2010

dass zeit relativ ist....

habe ich noch nie so richtig verstanden.
dass sie subjektiv ist, das verstehe ich schon.
und mit relativität hat das auch nicht wirklich etwas zu tun, wenn das fräulein im vergleich zum vorjahr zwar 20 msec. schneller ist (2009:8,24 sec auf 100m; 2010:8,04), aber auch drei plätze schlechter (2:5). und natürlich hängt es damit zusammen, dass sie diesmal unter galgos lief und letztjährig unter mixen, wie sie selbst.
aber darauf, wollte ich eigentlich gar nicht hinaus.
eigentlich ging es mir darum, mir selbst auf die schulter zu klopfen, weil ich es diesmal in vienna ganz protestantisch schaffe: erst die arbeit, dann das vergnügen. die erste woche wird schnell rumgehen und mega anstrengend. dies ist eigentlich das gleiche. immer wenn es anstrengend ist, geht die zeit schnell rum.
die zweite woche wird so schön, dass zeitlupenphänomene wahrscheinlich auftreten. und immer wenn zeitlupenphänomene auftreten, vergeht sie auch verdammt schnell.
so gesehen ist zeit also nicht relativ. also meine nicht.
die geht immer schnell.
liegt vermutlich am alter.
...
bis ende mai.... ist hier erst mal pause....
wünsche euch ebenso hellblaue löcher wie mir.

den kindergarten...

haben die graugänse vor einigen wochen eröffnet.
während ich am verregneten flussufer entlang laufe, sehe ich sie, die kleinen graugänse, die schon ganz schön groß sind.
ein gefundenes fressen für die ratten.
die sicherheit des schlafplatzes des gänseklans erkennt man an der anzahl der jungen. manches päärchen hat nur noch eines, andere - das sind die, die auf der insel schlafen - haben sieben.
die ägyptischen buntenten vom nil haben flux hinter her gebrütet und hüten nun ihre kleinen bunten entchen.
am wochenende wird der fluss von einer großen ruderveranstaltung heim gesucht und vermutlich werden die vogelkindergärten hinter der insel kauern und warten, dass es vorbei geht.
ich kann mich nicht satt sehen an den kleinen vögeln und selbst der hund hält schweigend und andächtig an, steht regungslos neben mir und schaut.
naja... vermutlich weiß das fräulein nur nicht, dass entenkinder noch nicht fliegen können. sie hat die jagd nach vögeln eingestellt, weil sie es kapiert hat, dass die sich einen spass draus machen, den hund anzulocken und dann davon zu flattern.
die kaninchenplage am flussufer fängt an, mich zu nerven. überall hocken sie bräsig herum und ich brauche stunden, um den hasenjäger weg zu zerren. zwischen die hasen und den hund hat ja das ordnungsamt die leinenpflicht gesetzt.
nun gut.
mehr gibt mein tag nicht her.
ich konferiere mit copyshop und haue zeugs in die tasten.
motiviere mich, bin müde und muss noch packen und anderes organisieren.
ich geh mir mit meinem blabla hier selbst auf die nerven, kriege aber nicht die kurve. weder die kurve der unterlassung, noch die kurve der veränderung.
sonntag fliege ich gen vienna :-)
und arbeite bis zum 20.
danach... wäre ein kneipenbesuch schön.
und dann..... ja dann.... habe ich ein hellblaues loch im outback.

CIMG5111

Mittwoch, 12. Mai 2010

Ich bin Spießer....

und lebe damit. Genaugenommen lebe ich verdammt gut damit.
Ich habe zwei Wohnorte, viele Herzensorte, ich kenne Menschen, die ich liebe und mag, respektiere und achte, und andere, die ich verachte. Die braucht’s auch.
Zwar habe ich keine Gardinen, aber ich freu mich darüber, dass der Ägypter mit seinem langen Kleid, der seine Frauen gern schlug bis die Polizei kam, juristisch eins über den Deckel bekam.
Zwar kann ich Lästerein nicht leiden, aber ich freu mich, dass die männliche Klatschbase, der Hausmeister vom Viertel, seinen Nierenkrebs mit lachend blitzenden Augen gut überstanden hat. Leider trinkt er keinen Alkohl und leider habe ich vergessen, teuren Apfelsaft für ihn zu kaufen…. sonst bekäme er morgen den Ehren-Vatertags-Orden von mir. Nicht nur, weil er nicht säuft (so wie andere am Vatertag), sondern weil er so manchen Alten im Viertel – hier mitten im börsendiktierten Bankfurt – das Heim erspart. Er pflegt, er kauft ein, hütet die Katzen der Alten (für Hunde hat er nicht so viel übrig….er ist halt ein Katzenmensch), ist Jugendpfleger der Stadt, altgedienter Sozialdemokrat und …. wenn man von seinem Getratsche und Geläster absieht, ein echter Vater.
Er hat die Taliban des Viertels im Auge, die Alten, die Stadt, die Politik und seine Frau. Seine Pension wird er mit ihr in Serbien verjubeln. Nach seinen drei Monaten Krankenhausaufenthalt freuen wir uns so sehr, einander wieder zu sehen, dass wir mindestens viermal einander die Hände schütteln und uns anblitzen. Er meint, er hätte meinen Exfreund neulich im Rollstuhl gesehen. Ich schüttle den Kopf und erkläre ihm, dass Paul bereits im Januar verstorben ist. Mit Pauls Sohn telefoniere ich. Er fehlt immer noch…. Sehr. Irgendwie will ich ihn gelegentlich anrufen….oder schaue den hupenden Autos vor meinem Fenster hinterher. Wohlwissend, dass er es nicht mehr sein kann….und doch schaue ich…. ob er es nicht doch ist.
Eine Woche nach dem vereinbarten Termin und eine halbe Woche vor dem Termin, kommt der Kunde endlich mit relevanten Infos rüber. Es wird mir also nicht langweilig in den nächsten drei Tagen. In Gedanken packe ich bereits meinen Vienna-Koffer. Die Hälfte sind Schuhe und Kostümchen, die andere Hälfte sind Turnschuhe und Jeans. Denn nach der Arbeit werde ich vier fulminante Tage im Outback haben. Werde mit Lamas spucken, ein Stück als Anstandsdame geben, Hauswurz stehlen, Elfen in mein Bettchen einladen, echte Frauengespräche führen, Lachsalven und Herzenstage genießen.
Während ich dies schreibe wird mir klar, dass ein nebenbei im TV aufgeschnappter Satz….ein großes Glück beschreibt: Ich habe alles was ich brauche. Aber mein linkswählendes Herz hat natürlich ein Problem mit dem Haben….
Ich darf alles was ich brauch.

und überhaupt....

Hunde, sind unsere Verbindung zum Paradies. Mit einem Hund an einem herrlichen Nachmittag an einem Hang zu sitzen kommt dem Garten Eden gleich, wo Nichtstun nicht Langweile war - sondern Frieden. (Milan Kundera)

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