Mittwoch, 14. Mai 2008

wie alle braven freiberufler…

werde ich nur im urlaub krank.
nach bzw. pünktlich zu … der letzten besprechung erledige ich kiefervereiterung. sehr lecker, besonders, wenn man sich bückt.
jetzt frage ich mich, ob ich wirklich nach dänemark soll (hypochondermodus) oder zum kieferchirurgen (dramamodus)? ich entscheide mich für: leidend nach dänemark. immer noch besser als: leidend zum kieferchirurgen.
im zug nach norden hatte ich ja von bankfurt nach schilda auch das volle programm.
eine nette muslima starrt stundenlang auf ihren laptop ohne auch nur eine regung zu zeigen. erst der gang aufs klo bzw. die rückkehr von selbigen erklärt mir naivling die situation: sie schaut einen film auf dem ding. und das nach ihren telefonaten, in denen immer nur von seminaren und prüfungen die rede war. während ich annahm, dass sie sich auf einen extrem kniffligen fachtext konzentriert, schaut sie eigentlich einen film.
macht ja nix.
neben ihr lässt sich ein junger hünenschrank nieder, der ebenfalls seinen laptop auspackt. kurzfristig überlege ich, ob ich meinen auch auspacke und frau wichtig spiele. aber der von mir gelesene krimi packt mich grad, drum bleib ich beim papier und verzichte auf elektro.
allerdings kann ich den krimi auch nicht genießen, denn links neben mir telefoniert die berliner anwältin lautstark.
sie versucht ein russengeschäft zu tätigen und einen gleichlautenden verein ins leben zu rufen und klärt ihren nach st.petersburg reisenden jungen kollegen darauf einzustimmen.
dabei ist sie unheimlich rund und flätzt sich langgestreckt auf zwei sitzen. während sie am telefon die deutsch-russische gesellschaft aus düdorf zerfetzt, legt sie sich scheibchenweise irgendeine schweinswurst ins sinnliche mäulchen. ihr praktisch gehaltener atombusen quillt aus dem ausschnitt und als die wurst alle ist, entdeckt sie noch schokolade im ausufernden handtäschen.
ich schlafe über dem vermeintlich spannenden krimi ein und werde übelst wachgeklingelt von den beiden handys des hünen, der mir gegenüber sitzt. lautstark palavert er russisch in das eine der beiden geräte, während er das andere off schaltet. die anwältin mit den russengeschäften wird sofort wach, murmelt „mamutschka“ und lächelt den zwanzig jahre jüngeren hühnen huldvoll an.
eh schon wieder wach, versuche ich mich erneut am vermeintlich spannenden krimi. aber die anwältin mit dem fülligen leib und dem großen ausschnitt lenkt mich ab. sie ist erneut über ihrem buch zu paula modersohn-becker eingeschlafen. ich teile mit pmb das geburtsdatum aber glücklicherweise liege ich nicht als biographie auf dem üppigen busen der anwältin.
jene hat sich nun samt schuhen auf zwei sitzplätze zum schlafen niedergelegt. als naivling bin ich perplex, denn ich denke, eine anwältin müsste wissen, dass man nicht mit den schuhen auf dem polster schläft. sie hingegen verdaut schweinswurst und schokolade und russenanbahnungen genüsslich liegend, das buch auf dem busen, die beine in der weiten leinenhose klappen entspannt auseinander.
ich merke, wie bürgerlich, spießig und verklemmt ich bin und hab nun auch keine lust mehr auf meinen krimi.
wenn ich nicht immer so beladen wäre, oder nicht immer in so abgelegene hotels fahren dürfte, ich nähme immer den zug. zugegeben, zum lesen taugt er nicht für mich. es gib zuviel zu schauen.
der russische hühne steigt aus, während der zugführer lustige wortspielereien zum besten gibt. er lacht sich schibbelig über einen ort mit bad und oeynhausen, während er die anschlusszüge bekannt gibt. die hörer im zug lachen mit, während der bahnmitarbeitende dienstleister sich grad krümmt vor lachen.
ich bin mit dem krimi keinen schritt weiter, aber nun dänemark etwas näher.
nun erklimme ich hürden. maihürden.
ich hätte kein problem, im mai nach süden zu rutschen. das rutscht einfach. aber nun erklimme ich maihürden nach oben.
oder geh zum kieferchirurgen.
nee…ich meld mich dann aus dääääääääänemark zurück.

Samstag, 10. Mai 2008

stell dir vor....

es ist sommer und keiner blogt.
das leben geht weiter.
stell dir vor, es wird dringende hilfe nicht erlaubt.
das leben geht weiter.
stell dir vor irgendwer wird irgendwo präsident.
klar, das leben geht weiter.
stell dir vor, dein lippenstift ist leer.
yep... das leben geht weiter.
stell dir vor, rosmarin fährt nach dänemark....
das leben geht natürlich weiter..... halb... jedenfalls.
*akute stierkampfrückfallgefahr.... es ist halt mai*

Freitag, 9. Mai 2008

easygoing...

wenn man mal von der gerade verflucht vertieften sehnsucht nach einem zweitwind absieht....
bin ich mega-chilling.
noch ein bisserl arbeit. schwer genug. wäre in fünf stunden gemacht.
noch ein bisserl hausputz. wäre in vier stunden gemacht.
noch ein bisserl finanzamt. wäre in drei stunden gemacht.
noch ein bisserl bücher sortieren. wäre in zwei stunden gemacht.
...
und ich mach nix.
ich lese
ich surfe
ich laufe
ich daddel
und hab doch erst in ein paar tagen urlaub.
armer kleiner blog.

Donnerstag, 8. Mai 2008

alte lieben rosten...

wenn man sie nicht pflegt.
den stierkampf habe ich in den letzen jahren nicht mehr gepflegt.
nur noch ersehnt und von alten zeiten geträumt.
nun ist diese liebe in den stand einer glücklichen erinnerung getreten.
mein herz ist windig geworden und dass den spaniern die kugel für den hund zu teuer ist und sie ihn stattdessen an draht in bäume hängen.... hat mir den abschied leichter gemacht.
seit drei jahren träume ich von einem zweitwind.
chart polski, saluki, sloughi oder deerhound?
glasperlenspiele.
bei meiner vielen reiserei ist ein zweitwind nicht drin.
....
vielleicht so ein alter, der ein gnadenbrot braucht?

Montag, 5. Mai 2008

der zufall ist eine idee der einfaltspinsel….

glaube ich jedenfalls.
irgendwann vor zwanzig jahren hab ich mal was über zufallswahrscheinlichkeiten gelernt und über normale verteilungen und darüber, wie man einzelne ereignisse in eine wahrscheinlichkeit zwischen normal und zufall bringt.
und ja, ich habe auch eine leichte ahnung darüber, wie sich das hirn so seine sinnzusammenhänge erarbeitet.
und dennoch, geschehen wunderliche dinge zuweilen.
genau genommen geschehen häufiger wunderliche dinge, als zu erwartende dinge. aber das mag an meinem hirn liegen und daran, wie es sinnzusammenhänge konstruiert.
gut.
wir basteln uns die welt, wie wir sie uns erscheinen lassen mögen.
erfolgreich bin ich aus der kirche ausgetreten, nur um zwölf jahre später bei einer trauung fast zum katholizisumus überzulaufen. kein wunder, ich saß ja schon als kind im dom, einfach weil es da besser roch als bei den protestanten und weil’s da von grossmuttern heimlich verabreichten rosinenkuchen gab.
und es begab sich, dass ich donnerstags also nach alten freunden im kaiserstuhl googelte, aber nichts verlässliches fand. auch kein problem. nicht jeder hinterlässt im i-net spuren.
umso paranoider ward ich gestrig, als ich eine mail von eben jenen freunden vorfand.
beim lesen der betreffzeile dachte ich, mein lap sei ausspioniert und ein mailrobot sendet mir jetzt gefakte mails. die neugier gewann und ich las…… inhalte, die nur echte menschen wissen konnten und die sogar eine telefonnummer hinterlassen hatten.
zufall….. klar….. wer es glaubt, wird seelig.

ps... die mail war echt.... wie mir das telefonat und die erneute erkenntnis, dass auch nach so vielen jahren das gegenseitige gefühl beim alten ist, bewiesen...
*soifzmodus*

die tierärztin muß sich vermessen haben....

gestrig beim jederhundrennen.
60cm schulterhöhe hat frl. mops niemals.
so landeten wir in der sk (sonderklasse = windblut drin) g (groß). war nicht übel, denn so konnten wir bei nur drei teilnehmern den zweiten platz machen.
frl. mops war glücklich und ich völlig verbrannt. hab meine sonnenallergie total vergessen, drum hab ich jetzt lecker juckpusteln und die maisonne wie üblich unterschätzt, drum hab ich jetzt rote arme. bäh....
zwei tage lang bin ich jetzt wegen diverser events morgens um 6.00 aufgestanden und ich muß sagen: das hat was. die luft riecht noch frisch und das mainufer ist ziemlich leer (wenn man mal von den vielen asiatischen ehrgeizigen laufgruppen absieht).
jetzt noch ein paar tage arbeiten und dann erst mal zwei wochen urlaub.
bin gespannt, wo es uns hin verschlägt.

Freitag, 2. Mai 2008

frankfurt könnte auch am arno liegen….

oder am quadalquivir.
morgens gehen wir wie üblich auf hasenjagd. die wohnen vor dem großen haus mit den bunnies (dem ortsansässig größten bordell).

hasenjagd

während ich nach einem geschenk suchend durch die city laufe, ist der himmel azur und die luft riecht nach kirschblüten.
christo hat sich den dom vorgenommen und vermutlich wird er bis sonntag vollkommen verpackt sein.

christo-dom

busladungen von japanern schlurfen zwischen kultur und souvenirs und taxfree-shops umher. in der markthalle – wo sonst – sind schwärme von italienischen touristen unterwegs, die mit kennerblick die auslagen begutachten. biogemüse aus germania, hammel für die araber, orientalisches gebäck und kandierte früchte, finocchiona und selbstgemachte pasta beim italenischen bruder, eine zehn meter lange warteschlange vor frau schreibers heisser fleischworscht. die reiseleiterin erläutert den italienern, dass wir – die einheimischen – hier unsere einkäufe erledigen. ja, wie man sieht, tun wir das. die reisegruppe schnuppert mit wohlwollen.
neben dem museum für moderne kunst, hat sich vor dem weltbesten schokoladenladen eine gruppe von spaniern niedergelassen und scherzt. kinder spielen vor dem dom eine krönungszeremonie. in einer seitengasse der einkaufsmeile steht ein kleiner springbrunnen mit vier löwenköpfchen, die wasser aufs pflaster träufeln. ganz kurz fühle ich mich wie damals in lucca.
und doch liebe ich diese kulisse hier einfach...

graffisanta

fünf mädchen....

schlecken blauleuchtendes eis.
ein adonis läuft vorbei.
ich liebe diesen fensterblick im maindörfli.
ansonsten kann ich mit weltbewegenden erkenntnissen nicht aufwarten und das ist auch nicht wirklich schlimm.
ich habe den tag verdaddelt, und den vatertag vergessen.
der vater nahms nicht übel, denn er findets eh blöd.
ansonsten hatte frl. möchtegernwindhund echten schäferhundtag (=blinder gehorsam), was mich extrem irritiert.
erdbeeren mit joghurt machen (mich) nicht satt.
und ich wundere mich, welch unschuldige namen, bestien tragen.
wünsche also herren fritzi oseph, dass er im knast verschimmeln möge.
interessant ist noch, dass schildaer waagen und maindörfliwaagen fünf kilo unterschied zutage tragen. welche gilt nun?
klar, die bessere.
der herr im haus ist zum canionfahren in den wilden osten abgedampft. drum kann ich also in ruhe frl. möchtegern bespassen. sonntag ist jederhundrennen....
*trainingsmodus*
CIMG3380

Mittwoch, 30. April 2008

früh....

ins bett zu gehen führt zu frühem kaffee.
vollkommen sinnlos.

Dienstag, 29. April 2008

leider bin ich völlig talentlos....

drum ist aus mir nie ein künstler geworden.
was schade ist.
ich liebe collagen und skulpturen und nun weiss ich, dass es noch einen zweiten grund gibt, weshalb aus mir kein künstler wurde.
ich könnte, wenn ich so megageile schätze herstellte, mich niemals von ihnen trennen.
also wäre ich als künstler verhungert.
erstens wegen völliger talentlosigkeit und zweitens wegen manischer schatzhamsterei....

meine andere großmutter....

verstand es, an ihrem geburtstag zu versterben.
sie war damals zehn jahre jünger als die noch lebende großmutter heute ist.
und das muss man erst mal hinkriegen, an seinem 86. geburtstag zu versterben.
heute wäre sie hundert geworden.
unglaublich.... hundert jahre leben...
den geburtstag teilt sie mit oskar schindler. und ja... auch sie war gegen hitler.
aus weniger hehren gründen.
hatte adolf ihr doch den arbeitsplatz weggenommen und verfügt, dass frauen, deren männer arbeit hatten, selbst nicht mehr arbeiten durften.
nun gut, einen hitler haben wir derzeit nicht. aber ist es nicht so, dass auch heute die neue mütterlichkeit gepredigt wird? dass meine freundinnen keine krippenplätze mehr bekommen und stattdessen ihre kinder zu tagesmüttern geben sollen.
und jetzt mal ehrlich.... ich würde mein kind jederzeit in eine krippe geben, aber nicht zu einer tagesmutter.
na wurscht.
sie war eine frau, die meckerte, wenn ihr was nicht passte.
schon bei meiner geburt seufzte meine mutter untröstlich auf... "die sieht ja aus wie meine schwiegermutter" war meine begrüßungsparole.
und ich lach mir eins ins fäustchen, weil so eine merkwürdige mischung aus all den genen herausgekommen ist.
frechmäulig wie die eine, verwöhnt wie die andere, selbständig wie die darüber und italienisch wie der eine und verspielt wie der andere...
schon witzig.
helden haben wir keine in der familie. aber auch keine feiglinge, keine mörder, keine diktatoren und keine übergreifenden.
in der regel bin ich kein freund von verneinung. aber die abwesenheit von echten fiesen arschlöchern in der familie und die anwesenheit von mittelmässigen, lustigen, skurrilen und eigenartigen vorfahren und mitfahrern, finde ich schon angenehm...
zudem baute sie mir ein haus aus bademantel-über-wäscheständer und hielt teller-auf-ess-reden, während ihr gatte - mein prinz auf dem besen - mir heimlich half.
derweil erdet mich mal wieder das hündische....
die dramaqueen der family....
sie hatte einen 0,5cm großen zufallsschnitt im fuß, den sie auf satte 3cm großgeleckt hat. also be*aisadonna und mull und binde. bis dahin flink gerannt in bankfurt.... aber mit dem anbringen des verbandes läuft die dramaqueen dreibeinig und geht meinem blick aus dem weg. liegt beleidigt im nebenzimmer und ich bin mal wieder schuld...
hach...

und überhaupt....

wenn die klügeren immer nachgeben, regieren die dummen die welt.

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